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Deutschland / Weltweit Steinmeier macht SPD Mut
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16:42 24.05.2009
Frank-Walter Steinmeier bei einem Frühschoppen der Bayern-SPD in München. Quelle: Oliver Lang/ddp
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Bei tropischen Temperaturen im Festzelt hatte der SPD-Kanzlerkandidat zuvor versucht, den Sozialdemokraten nach der Niederlage ihrer Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan Mut zu machen.

Dabei verglich Steinmeier seine Partei mit dem gescheiterten Versuch des FC Bayern München, doch noch deutscher Fußballmeister zu werden. Auch die SPD sei am Samstag bei der Wiederwahl von Horst Köhler nur „zweiter Sieger“ geworden. Steinmeier riet den Sozialdemokraten, den Blick nach vorne zu richten: „Die nächste Saison beginnt.“ Bei der Europawahl wolle man „eine möglichst starke SPD“. Und der Kanzlerkandidat rief ins vollbesetzte Zelt: „Bitte helft alle mit!“

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Viel Beifall gab es für Steinmeiers Attacken auf die Union. Der Vizekanzler sagte unter anderem, im Vergleich zu dem Berliner Koalitionspartner sei „ein wildgewordener Hühnerhaufen eine geschlossene Formation“. Außerdem wisse die Union selbst, dass ihre Forderung nach Steuersenkungen nicht verwirklicht werden könne - und deshalb sei dies eine „Veräppelei“ der Bürger.

Mit Blick auf das selbstbewusste Auftreten des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in Berlin kritisierte Steinmeier zudem, die CSU benehme sich im Augenblick wie „eine Horde Jungochsen, die nach einem langen Winter auf die grüne Weide geführt wird“: Sie könne „vor lauter Kraft nicht laufen, aber tritt nur das Gras platt“.

Viel positiver äußerte sich Steinmeier erwartungsgemäß über die eigene Partei. Manch einer reibe sich die Augen und wundere sich:
„Was ist los bei der SPD - kein Streit, kein Hader, gute Laune und Selbstbewusstsein?“ Etwas ernster im Ton fügte der Kandidat hinzu, es müsse in Deutschland wieder „fair und gerecht“ zugehen - „dafür will ich nämlich Bundeskanzler werden - und dafür brauche ich Sie.“

Bei den Zuhörern stieß die Rede jedenfalls auf viel Jubel - Steinmeier konnte sich im schweißdurchnässten Hemd über stehenden Applaus freuen. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hob denn auch das „Kanzlerpotenzial“ des Außenministers hervor und sagte voraus: „Ich glaube, dass sich in den nächsten Wochen noch sehr viel positiv verändern wird an der Stimmungslage.“

Der bayerische SPD-Vizechef Florian Pronold freute sich: „Das war unglaublich gut.“ Er sei extra um 5 Uhr früh aufgestanden, um von Berlin nach München zu kommen - „und das hat sich rentiert“. Pronold fügte hinzu: „Wir sind alle überzeugt, dass wir den zukünftigen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gesehen haben.“

ddp