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Deutschland / Weltweit Zahl der Untersuchungshäftlinge in vier Jahren um 25 Prozent gestiegen
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Zahl der Untersuchungshäftlinge in vier Jahren um 25 Prozent gestiegen
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11:11 24.04.2019
Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wriezen (Brandenburg): Immer mehr Gefangenen in U-Haft. Quelle: : Patrick Pleul/dpa
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Berlin

Die Zahl der Untersuchungsgefangenen in Deutschland ist von 2014 bis 2018 um ein Viertel gestiegen. Nahezu verdoppelt hat sie sich in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Das berichtete der NDR und beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes sowie eigene Berechnungen.

Die Zunahme ist ungewöhnlich, weil die Zahl der Straftaten, Tatverdächtigen, Verurteilten und Haftstrafen in den vergangenen Jahren gesunken ist.

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In einer Umfrage des NDR unter allen 16 Justizministerien der Bundesländer werden mehrere mögliche Faktoren für den deutlichen Anstieg bei den Untersuchungsgefangenen genannt: die zugenommene Zahl ausländischer Tatverdächtiger, die verstärkte Bekämpfung einzelner Straftaten sowie lange Verfahren.

Zahl der ausländischen Häftlinge steigt, Zahl der deutschen sinkt

Der NDR zitiert eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes aus der Strafverfolgungsstatistik, laut derer die Zahl ausländischer Untersuchungshäftlinge von 2014 bis 2017 um 26 Prozent gestiegen sei. Im selben Zeitraum sie die Zahl der deutschen Staatsbürger in U-Haft um acht Prozent gesunken.

Eine Erklärung könnte sein, dass bei Ausländern ohne festen Wohnsitz und sozialen Bindungen in Deutschland häufiger Fluchtgefahr angenommen wird, die als Haftgrund gilt.

Die Zahl der Gefangenen, die länger als sechs Monate in Untersuchungshaft sind, ist seit 2014 um 25 Prozent gestiegen. Nach Angaben von Justizbehörden, Richtern und Anwälten sind zudem Ermittlungs- und Strafverfahren in den vergangenen Jahren komplexer und langwieriger geworden. Tatverdächtige sitzen dann nicht selten bis zu einem rechtskräftigen Urteil in U-Haft.

Die meisten U-Häftlinge sitzen in Hamburg ein

Hamburg nimmt eine herausgehobene Stellung in den Statistiken ein. Die Hansestadt hat - bezogen auf die Einwohnerzahl - die mit weitem Abstand meisten Untersuchungsgefangenen aller Bundesländer, mehr als doppelt so viele wie der Durchschnitt der Länder, berichtet der NDR.

In Hamburg hat sich die Zahl der Untersuchungsgefangenen seit 2014 drastisch erhöht (+ 87 Prozent) und die Zahl der dort untergebrachten Ausländer um 39 Prozent erhöht. Justizsenator Till Steffen (Grüne) erklärte das auf NDR-Anfrage unter anderem mit der verstärkten Verfolgung von Einbrechern und Kleindealern durch die Polizei. „Wenn man dann tatsächlich erfolgreich ist, dann liegen in vielen Fällen noch Haftgründe vor, weil es sehr mobile Täter sind, bei denen dann auch dementsprechend Fluchtgefahr besteht“, so Steffen.

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Von RND/ani