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Deutschland / Weltweit Polizei erschießt Chérif Chekatt in Straßburg
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06:12 14.12.2018
Polizisten und Ermittler in Straßburg im Einsatz. Zwei Tage nach dem Terroranschlag hat die Polizei den mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt getötet. Quelle: Jean-Francois Badias/AP/dpa
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Paris

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chérif Chekatt ist zwei Tage nach dem Terroranschlag getötet worden. Der Bürgermeister von Straßburg, Roland Ries, bestätigte am Donnerstagabend in der elsässischen Metropole den Tod „dieses Terroristen“.

Staatspräsident Präsident Emmanuel Macron dankte den Sicherheitskräften in der Nacht zum Freitag via Twitter: „Unser Engagement gegen den Terrorismus ist uneingeschränkt“, schrieb Macron.

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Drei Polizisten machten am Donnerstagabend gegen 21 Uhr den mutmaßlichen Attentäter im Stadtteil Neudorf auf der Straße aus, wie der französische Innenminister Christophe Castaner berichtete. Dorthin sei der Attentäter nach den Anschlägen in der Straßburger Innenstadt geflohen. Als die Polizisten den Verdächtigen verhaften wollten, habe dieser das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Täter getötet.

Der Regionalzeitung „Les Dernières Nouvelles d’Alsace“ zufolge war er mit einer Schusswaffe und einem Messer bewaffnet.

Der Nachrichtensender Franceinfo hatte zuvor am Abend berichtet, der Verdächtige sei „neutralisiert“ worden. Das Verb „neutralisieren“ kann im Französischen entweder „töten“ oder „außer Gefecht setzen“ heißen. Darum war für kurze Zeit unklar, ob Chekatt wirklich getötet wurde.

Der Attentäter hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet. Zeugen haben ihn nach Angaben des Chefermittlers Rémy Heitz „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“ auf Arabisch) rufen hören. Anschließend war er auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schließlich spurlos verschwunden.

Bei dem Attentat sind drei Menschen ums Leben gekommen sein. Ein viertes Opfer ist für hirntot erklärt worden.

IS reklamiert Straßburg-Anschlag für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Terroranschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt mittlerweile für sich reklamiert. Der Angreifer sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag.

Deutsche und französische Behörden haben mit etlichen Beamten und einem Fahndungsaufruf nach dem polizeibekannten mutmaßlichen Attentäter gesucht. Die Bundespolizei fahndete im deutsch-französischen Grenzgebiet, auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Die französische Polizei hatte ein Fahndungsfoto des radikalisierten Gefährders samt Täterbeschreibung veröffentlicht.

Polizisten ermitteln auf einer Straße im Stadtteil Neudorf in Straßburg. Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chekatt ist zwei Tage nach dem Terroranschlag getötet worden. Quelle: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Chérif Chekatt 2017 nach Frankreich abgeschoben

Der 29-jährige Chérif Chekatt wurde nach Kenntnis der deutschen Justiz bereits wegen etlicher Diebstähle in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland verurteilt. Vom Amtsgericht Singen wurde er wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben. Er soll sich im Gefängnis radikalisiert haben.

Weiterlesen:
Was der Anschlag von Straßburg mit Deutschland zu tun hat

Von RND/ka/dpa