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Deutschland / Weltweit Tausende demonstrieren bundesweit gegen NPD-Aufmärsche
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15:54 01.05.2009
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Tausende demonstrieren am 1. Mai bundesweit gegen NPD-Aufmärsche. Quelle: Roland Magunia/ddp
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In der Walpurgisnacht war es in Berlin ebenso wie in Hamburg zu vereinzelten Ausschreitungen Linksautonomer gekommen, die Polizei sprach aber insgesamt von einem friedlichen Verlauf der Feiern.

In Mainz blockierten die Gegendemonstranten Straßen, zündeten Rauchbomben und warfen mit Steinen. Zwar versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 175 Rechtsextreme, wegen der Gegenproteste musste die rechtsextremen Initiative „Südwest“ ihren geplanten Marsch durch die Innenstadt aber absagen. Bei einer friedlichen Demonstration mit über tausend Teilnehmern hatte zuvor der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gesprochen.

Auch in Berlin versammelten sich rund 1000 NPD-Gegner zu einer Demonstration gegen eine Veranstaltung vor der Parteizentrale der Rechtsextremen im Stadtteil Köpenick. Einige Demonstranten veranstalteten eine Sitzblockade am S-Bahn-Bahnhof, um die Anreise der NPD-Anhänger zu verhindern. Beim Einsatz der Polizei gab es Rangeleien mit einzelnen Beamten. In Köpenick wurden elf Menschen festgenommen. An der NPD-Veranstaltung nahmen rund 200 Menschen teil.

In Ulm demonstrierten rund 2000 Menschen gegen einen Aufmarsch der NPD. Auch hier gab es nach Polizeiangaben vereinzelt Rangeleien von Demonstranten, die Absperrungen überwinden wollten und mit Gegenständen warfen. In Dresden zogen gut 100 NPD-Anhänger durch die Innenstadt, begleitet von kleineren Protesten. Zu Zwischenfällen kam es dabei nicht. Im oberpfälzischen Weiden versammelten sich bis zum Nachmittag einige hundert Anhänger der NPD. Auch hier wurde gegen die Rechtsextremen demonstriert, unter anderem bei der örtlichen DGB-Kundgebung.

Im niedersächsischen Rotenburg versammelten sich nach Polizeiangaben rund 100 Anhänger der rechten Szene zu einem unangemeldeten Aufmarsch, um die örtliche DGB-Kundgebung zu stören. Ein Polizeibeamter, der sich den Rechten in den Weg stellte, wurde zu Boden gerissen und mit Fußtritten verletzt. Die Rechten zogen schließlich durch die örtliche Fußgängerzone.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter-Steinmeier (SPD) warf der NPD vor, sie wolle mit ihren Veranstaltungen am 1. Mai den Tag der Arbeit für ihre „menschenverachtende Ideologie“ vereinnahmen. „Die Nazis wollen die Wut, die es gibt, auf ihre Mühlen lenken“, sagte der Bundesaußenminister auf der DGB-Kundgebung in Ludwigshafen. „Das dürfen wir nicht zulassen.“

In der Nacht zu Freitag war es nach einer friedlichen Feier im Berliner Stadtteil Friedrichshain zu Krawallen Linksautonomer gekommen. Demonstranten warfen Flaschen gegen eine vorbeifahrende Straßenbahn, unter anderem vor einem Lokal wurde ein Feuer entzündet. Bei den Löscharbeiten kam es erneut zu Flaschen- und Steinwürfen auf Polizisten. Die Polizei nahm bis zum Morgen insgesamt 57 Leute fest, insgesamt wurden 48 Beamte verletzt. Die Polizei sprach dennoch von einem insgesamt friedlichen Verlauf. Die traditionelle „Revolutionäre 1. Mai-Demo“, die in den vergangenen Jahren Ausgangspunkt von Ausschreitungen war, sollte am frühen Abend in Berlin-Kreuzberg beginnen.

In Hamburg beteiligten sich nach Angaben eines Polizeisprechers bis zu hundert Menschen an Ausschreitungen im Schanzenviertel. Sie zündeten Mülltonnen an und bewarfen mehrere Polizisten mit Flaschen. Vier Beamte wurden demnach leicht verletzt, es gab drei Festnahmen. Insgesamt waren mehr als 800 Beamte im Einsatz. Für eine Walpurgisnacht sei es „ruhig“ gewesen, sagte der Sprecher. Die Zwischenfälle seien nicht zu vergleichen mit den schweren Ausschreitungen vor einem Jahr zum 1. Mai. Damals war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Linkautonomen und Rechtsextremen gekommen.

afp