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Deutschland / Weltweit Tausende demonstrieren friedlich gegen NPD-Aufmarsch
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16:34 27.03.2010
Am Sonnabend haben in Lübeck Tausende friedlich gegen einen Aufzug von Rechtsextremisten demonstriert. Quelle: dpa
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Am Rande der Demonstration randalierten nach Polizeiangaben einige Autonome, in der Innenstadt gingen mehrere Schaufenster durch Steinwürfe zu Bruch. Insgesamt seien acht Personen vorläufig festgenommen und 14 Störer in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Aktion richtete sich gegen eine NPD-Kundgebung zum Jahrestag des britischen Bombenangriffs auf die Hansestadt Lübeck am 28. März 1942. Die Polizei beendete den Aufmarsch nach eigenen Angaben bereits nach wenigen hundert Metern, weil rund 450 Gegendemonstranten die Route blockierten. Um Zusammenstöße zwischen rechten und linken Gruppen zu verhindern, waren rund 1900 Polizisten aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

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Begonnen hatten der Tag mit Andachten in mehreren Lübecker Kirchen. Dabei rief Erzbischof Werner Thissen zu mehr Fremdenfreundlichkeit auf. „Wir gehen dafür auf die Straße, damit der Andere und der Fremde nicht verfolgt werden, sondern Gastfreundschaft erfahren.“ Bei einer anschließenden Kundgebung vor dem Hauptbahnhof mahnte die Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Maria Jepsen, die Kirchen dürften nicht schweigen, wenn erneut Rechtsextremisten „mit ihrer menschen- und gottverachtenden Ideologie“ auftreten. Der SPD- Landesvorsitzende Ralf Stegner forderte ein Verbot der NPD. Es dürfe nicht sein, dass Menschen wieder Angst hätten vor Nazis, sagte er.

An der Kundgebung vor dem Bahnhof nahmen nach Angaben der Polizei rund 1300 Menschen teil, die Veranstalter vom Bündnis „Wir können sie stoppen“ sprachen von 2000 bis 3000 Menschen.

dpa