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Deutschland / Weltweit Trauerfeier nach Anschlag in Beirut
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Trauerfeier nach Anschlag in Beirut
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13:57 21.10.2012
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Istanbul/Beirut

Nach dem verheerenden Bombenanschlag im Libanon will die Opposition die von der Schiiten-Bewegung Hisbollah gestütze Regierung zum Rückzug zwingen. Für Sonntag rief die anti-syrische Bewegung 14. März zu einem „Tag des Zorns“ auf. Tausende Libanesen strömten schon seit den frühen Morgenstunden in die Hauptstadt, um den bei dem Anschlag getöteten Geheimdienstchef Wissam al-Hassan zu Grabe zu tragen, der als Syrien-Gegner galt. Das Attentat gefährdet den brüchigen Frieden im Libanon, da das Land - was die Haltung zu Syriens Regime angeht - zutiefst gespalten ist.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte bei Telefonaten mit dem libanesischen Präsidenten Michel Suleiman und Regierungschef Nadschib Mikati der Regierung seine Unterstützung zu. Er äußerte die Hoffnung, dass sich der Libanon nicht von „regionalen Ereignissen“ - damit ist der Bürgerkrieg im benachbartren Syrien gemeint - beeinflussen lasse. Ban habe sein Mitgefühl ausgedrückt und seine Solidarität mit dem libanesischen Volk betont, teilte ein Sprecher Bans am Samstag in New York mit.

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Mikati hatte Suleiman am Vortag seinen Rücktritt angeboten. Der Präsident haben ihn allerdings gebeten, vorerst im Amt zu bleiben, sagte er anschließend vor Journalisten. Der Ministerpräsident argumentierte: „Wir wollen kein Machtvakuum im Libanon.“ Die derzeitige Regierung wurde 2011 von einem Bündnis an die Macht gebracht, das von der pro-syrischen, schiitischen Hisbollah dominiert wurde.

Am Sonntag versammelten sich mehr und mehr Libanesen in der Innenstadt von Beirut. Viele der schwarz gekleideten Menschen trugen Bilder des Geheimdienstfunktionärs bei sich und riefen anti-syrische Parolen. Im Zentrum der Hauptstadt sollte am Nachmittag die Beerdigung stattfinden. Die libanesische Armee hatte die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft.

Al-Hassan sollte an der Seite von Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri im Zentrum von Beirut begraben werden. Der Vater von Saad Hariri war 2005 ebenfalls bei einem Bombenanschlag getötet worden. Damals war Al-Hassan sein Sicherheitschef. Auch damals machten viele Syrien verantwortlich - bewiesen werden konnte das aber nicht.

Bei der Explosion einer Autobombe im christlichen Viertel Aschrafijeh waren am Freitag acht Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Nach Ansicht von Beobachtern galt der Anschlag General al-Hassan, der der anti-syrischen Zukunftsbewegung des Oppositionspolitikers Saad Hariri nahestand. Viele sehen die Verantwortlichen für den Anschlag daher in Damaskus. 

dpa