Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Türkei will mehr deutsche Hilfe für Flüchtlinge
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Türkei will mehr deutsche Hilfe für Flüchtlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 08.09.2012
Von Daniel Alexander Schacht
Die Türkei fordert Hilfe aus Deutschland für syrische Flüchtlinge an. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Nach Darstellung des Botschafters sind vor allem in den Flüchtlingslagern in der Südosttürkei Hilfen jeder Art dringend erforderlich. Dorthin sei der größte Teil der Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien vor den Kämpfen geflohen.

„In den von uns eingerichteten Aufnahmelagern sind jetzt gut 80.000 Flüchtlinge registriert, und täglich sind dort mehr Menschen auf Zelte, Nahrungsmittel und Medizin angewiesen“, sagte Karslioglu. Es gehe aber nicht nur um Geldzahlungen. „Deutschland und die anderen europäischen Länder müssen sich auch stärker für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge öffnen“, forderte Karslioglu.

Anzeige

Die Türkei ist für rund ein Drittel aller geflohenen Syrer das Aufnahmeland. Die übrigen der nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) insgesamt 246.000 syrischen Flüchtlinge verteilen sich vor allem auf den Libanon, Jordanien und den Irak. Hinzu kommen rund 1,2 Millionen Menschen, die innerhalb  Syriens auf der Flucht sind.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat zwar die prinzipielle Bereitschaft Deutschlands zur Flüchtlingsaufnahme erklärt, dabei aber betont, dass die Hilfe vor Ort Priorität haben müsse. Politiker von Grünen und Sozialdemokraten hatten in den vergangenen Tagen eine stärkere Aufnahme von Flüchtlingen verlangt und dabei auf Erfahrungen mit der Aufnahme von Christen aus dem Irak verwiesen. „In Syrien geht es allerdings nicht nur um Christen“, sagte Botschafter Karslioglu. „Es geht um Menschen in Bedrängnis – gleich welcher Religion.“

Auch die EU und die UN warnen vor einer humanitären Katastrophe, falls die Flüchtlingshilfe nicht rasch und umfassend ausgeweitet wird. Die EU-Kommission will ihre finanzielle Hilfe um 50 Millionen Euro auf 119 Millionen Euro aufstocken. Deutschland hat bislang 22 Millionen Euro an  Hilfen für syrische Flüchtlinge gezahlt.

Der Bedarf an humanitärer Hilfe nehme immer weiter zu, sagte der  britische Außenminister William Hague am Freitag am Rande eines zweitägigen Treffens mit seinen EU-Kollegen in der zypriotischen Hafenstadt Paphos.
Nach unbestätigten Hinweisen wächst in der EU die Zahl der Befürworter eines begrenzten militärischen Eingreifens. Gedacht ist an die Einrichtung von Flugverbotszonen, um Rebellen und Zivilisten vor Attacken der Luftwaffe des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Schutz zu nehmen.