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Deutschland / Weltweit UN warnt vor Flüchtlingsstrom
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16:13 31.08.2012
Die Kriegssituation in Syrien wird immer schlimmer. Die UN erwartet weitere Flüchtlingswellen in die benachtbarten Länder. Quelle: dpa
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Damaskus

Millionen Syrer hat der Bürgerkrieg in die Flucht getrieben - nun schlagen die Vereinten Nationen Alarm. „Wenn die Kämpfe weitergehen, wird die Zahl der Flüchtlinge unsere Möglichkeiten überschreiten", warnte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson am Donnerstag (Ortszeit) im Weltsicherheitsrat in New York. „Inzwischen brauchen schon 2,5 Millionen Menschen in Syrien unsere Hilfe. Damit hat sich die Zahl seit März verdoppelt." Die Kämpfe zwischen Truppen des Assad-Regimes und Rebellen gingen Freitag unvermindert weiter.

Mehr als 1,2 Millionen Menschen haben laut UN in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Moscheen in Syrien Zuflucht gesucht. „229.000 Menschen sind außerhalb Syriens als Flüchtlinge registriert und die Zahl steigt schnell", sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. „Flüchtling zu werden ist für viele die einzige Möglichkeit, zu überleben."

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Dabei wird die Flucht aus Syrien immer schwieriger und gefährlicher. So wurden am Freitag drei Syrer auf dem Weg in die benachbarte Türkei in einem Minenfeld an der Grenze tödlich verletzt. Ein Kind starb nach der Explosion noch an der Grenze, zwei weitere Menschen in einem Krankenhaus der südosttürkischen Stadt Kiziltepe, wie türkische Medien berichteten. Bislang sind 80.000 Syrer in die Türkei geflohen. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist auf weiten Strecken vermint.

In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo griffen Rebellen am Freitag eine Geheimdienstzentrale an. Aus dem Gebäude im Stadtteil Al-Sahraa schlugen Flammen, wie Augenzeugen berichteten. Als Antwort darauf beschossen die Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad die Bezirke Hananu, Bustan al-Kasr und Salaheddin.

In der nördlichen Provinz Idlib, die an die Türkei grenzt, kündigten syrische Aufständische eine neue Offensive an. „Diese Operation besteht aus militärischen Attacken, um die Tötung von Zivilisten durch die Regimetruppen zu rächen", sagte der Rebellenkommandeur Omar al-Halebi aus Aleppo der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Insbesondere würden Militärflughäfen attackiert, von denen die Regimetruppen ihre Angriffe starten.

Aufständische griffen kurz darauf den Militärflughafen Abu Zhuhur in der Provinz Idlib an. Rebellen hätten dort eine Unterkunft für Offiziere gestürmt, berichteten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London. Am Vortag zählten Aktivisten der Opposition landesweit 150 Tote, unter ihnen 86 unbewaffnete Zivilisten. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben war nicht möglich.

Deutschland will sich während seines Vorsitzes im UN-Sicherheitsrat im September um eine weitere Isolierung Syriens bemühen. Dies kündigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) an. Im wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen verhindern die beiden Veto-Mächte Russland und China bislang ein härteres Vorgehen gegen Machthaber Baschar al-Assad. Westerwelle sprach von einer „Blockade" im Sicherheitsrat.

In der Nacht zum Samstag endet das Mandat des Syrien-Vermittlers der UN und der Arabischen Liga, Kofi Annan. Die Nachfolge tritt der algerische Karriere-Diplomat Lakhdar Brahimi an. Annan war mit seinem Plan eines Waffenstillstands und eines daraufhin einsetzenden Dialogs zwischen den verfeindeten Seiten in Syrien gescheitert. Unklar ist, ob Brahimi mehr Erfolg hat.

Unterdessen wies der Iran - eine enger Verbündeter Assads - die harsche Kritik von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi am Regime in Syrien mit scharfen Worten zurück. Dem Ägypter „fehle die notwendige politische Reife", um einen Gipfel der Blockfreien Staaten (NAM) zu leiten, sagte der iranische Parlamentarier und frühere Vize- Außenminister Hussein Scheicholeslam der Nachrichtenagentur Mehr.

Mursi hatte die iranische Führung am Donnerstag brüskiert, indem er bei der Eröffnung des Blockfreien-Gipfels in Teheran die Unterstützung der Revolution in Syrien „eine moralische Pflicht sowie eine politische und strategische Notwendigkeit" nannte. In Kairo wurde Mursi am Donnerstagabend am Flughafen von rund 300 begeisterten Anhängern empfangen, als er aus Teheran zurückkehrte.

dpa