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Deutschland / Weltweit USA unterstützen Balkan bei Annäherung an die EU
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11:42 20.05.2009
Belgrad Nato Bosnien-Herzegowina Sarajevo Kosovo Biden USA EU-Außenbeauftragter Javier Solana
Am Mittwoch traf US-Vizepräsident Joe Biden in Belgrad ein. Der serbische Präsident Boris Tadic (rechts) empfing ihn. Quelle: Andrej Isakovic/afp
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Die Unabhängigkeit des Kosovo bezeichnete der Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama als „unumkehrbar“. Die USA werde den Balkanländern dabei helfen, die Tür zu einem freien Europa zu durchschreiten, sagte Biden. Zugleich hob er das erneuerte Engagement seines Landes in Europa unter der Regierung Obama hervor: „Wir sind zurück, und wir werden bleiben.“

Biden, der als erster Spitzenvertreter der Obama-Regierung in den Balkan reiste, besuchte Sarajevo gemeinsam mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana. Beide unterstützen den Kurs der Regierung von Bosnien-Herzegowina, der das Land näher an die EU und die NATO heranführen soll. Biden und Solana trafen Vertreter der bosnischen Präsidentschaft, an der Muslime, Serben und Kroaten beteiligt sind.

Solana warnte die drei Seiten in einer Erklärung vor nationalistischen Tönen und mahnte eine Verfassungsänderung an. Ähnlich äußerte sich Biden gegenüber bosnischen Abgeordneten. Bosnien-Herzegowina ist seit Ende des Kriegs in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik 1995 zweigeteilt in eine Serbische Republik und eine kroatisch-muslimische Föderation. Die zentralstaatlichen Institutionen haben nur wenig Macht.

Von Bosnien-Herzegowina wollte Biden am Mittwoch in die serbische Hauptstadt Belgrad weiterreisen. Am Donnerstag ist ein Besuch im Kosovo geplant. Der Vizepräsident will sich insbesondere um eine Verbesserung der Beziehungen zu Serbien bemühen, die durch den von der NATO geführten Krieg 1999 und die von Belgrad abgelehnte Unabhängigkeit des Kosovo im vergangenen Jahr getrübt sind. „Wir erwarten nicht, das Serbien bald das Kosovo anerkennen wird, aber wir erwarten, dass Belgrad mit der Europäischen Union und anderen internationalen Schlüsselakteuren im Kosovo zusammenarbeitet“, sagte Biden. Die USA wollten eine „neue gesunde Beziehung zu Serbien“ aufbauen. Dieses demokratisch verfasste Land solle seinen „rechtmäßigen Platz in Europa“ einnehmen.

Die Golfmonarchie Bahrain erklärte unterdessen als weltweit 60. Land nach den Komoren, dass sie die Unabhängigkeit des Kosovo anerkenne. Die im Februar 2008 von der kosovo-albanischen Führung einseitig ausgerufene Unabhängigkeit von Serbien wurde vorher bereits von den USA und 22 der 27 EU-Staaten anerkannt. Serbien sieht in der Unabhängigkeitserklärung einen Verstoß gegen das Völkerrecht und wird darin von Russland unterstützt.

afp