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Deutschland / Weltweit USA gehen gegen Boko Haram vor
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit USA gehen gegen Boko Haram vor
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13:44 07.05.2014
In Nigeria sind am Dienstag zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Ärger über die Entführung der mehr als 230 Schülerinnen öffentlich zu machen. Quelle: dpa
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Abuja/Washington

Angesichts der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria hat US-Präsident Barack Obama ein international abgestimmtes Vorgehen gegen die Islamistengruppe Boko Haram gefordert. Notwendig sei eine "internationale Mobilisierung" gegen diese "Terrororganisation", sagte Obama am Dienstag (Ortszeit) dem Fernsehsender ABC. Polizei- und Militärexperten der USA wurden ihm zufolge nach Nigeria entsandt, um die entführten Mädchen zu finden. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan begrüßte das Angebot: Jonathan habe dies bei einem Telefonat mit dem amerikanischen Außenminister John Kerry deutlich gemacht, hieß es am Dienstagabend in einer Mitteilung von Regierungssprecher Reuben Abati.

"Mr. Kerry hat Präsident Jonathan versichert, dass die USA sich dazu verpflichten, Nigeria alle nötige Unterstützung zu geben, um die entführten Mädchen zu retten und den Terror der Boko Haram zu einem Ende zu bringen", zitierte die Zeitung "Premium Times Nigeria" die Mitteilung. Ein US-Behördenvertreter hatte zuvor gesagt, Washington werde Geheimdienstinformationen mit Abuja austauschen. Zudem soll offenbar Sicherheitspersonal zur Unterstützung der nigerianischen Suchtrupps entsandt werden.

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US-Senat verurteilt Vorgehen der Islamisten

Boko Haram hatte sich am Montag zu der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria bekannt. Die Mädchen waren vor drei Wochen aus ihrer Schule im Nordosten des Landes verschleppt worden. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau kündigte in einem Video den "Verkauf", die "Versklavung" und die "Zwangsverheiratung" der Mädchen an.

Am Dienstag wurde bekannt, dass mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im Nordosten Nigerias am Sonntag acht weitere Mädchen entführt haben. Dieses Verbrechen sei "abscheulich", sagte Obama ABC. Aber dies könne "das Ereignis sein, das hilft, die gesamte internationale Gemeinschaft dazu zu bringen, etwas gegen diese entsetzliche Organisation zu tun".

Der US-Senat verurteilte in einer Resolution das Vorgehen der Islamisten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei einem Besuch in Washington, das Schicksal der Mädchen habe "alle" entsetzt. Die USA hätten nun bereits "ein Team nach Nigeria geschickt", sagte Obama. Es solle herausfinden, "wo diese Mädchen sein könnten, und ihnen Hilfe zu bringen". Die Gruppe bestehe aus Spezialisten von "Militär, Polizei und anderen Behörden".

Auch Großbritannien sagte "praktische Hilfe" bei der Suche nach den Mädchen zu. Boko Haram kämpft seit fünf Jahren für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Etwa 1500 Menschen wurden bei Angriffen allein in diesem Jahr getötet.

afp/dpa