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Deutschland / Weltweit Union rutscht in Umfragen auf Rekordtief
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Union rutscht in Umfragen auf Rekordtief
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20:37 24.09.2010
Von Jörg Kallmeyer
CDU und CSU erreichen in Umfragen lediglich 31 Prozent.
CDU und CSU erreichen in Umfragen lediglich 31 Prozent. Quelle: dpa
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In Berlin wird in diesen Tagen tatsächlich vieles entschieden, in den Umfragen aber ist von Wende nichts zu spüren. Gut ein Jahr nach dem Sieg von Schwarz-Gelb bei der Bundestagswahl befinden sich Union und FDP gemeinsam in einem Stimmungstief. Die Union fiel im Politbarometer der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, das am Freitag vorgelegt wurde, auf 31 Prozent – das ist der schlechteste Wert für CDU und CSU seit dem Start des Politbarometers vor mehr als 30 Jahren. Die FDP kommt in der Umfrage auf gerade fünf Prozent. Die SPD erreicht bei der sogenannten Sonntagsfrage 30 Prozent, die Linke kommt auf neun Prozent. Die Grünen verbessern sich auf einen neuen Spitzenwert von 19 Prozent; bei anderen Meinungsforschungsinstituten waren sie sogar über 20 Prozent notiert worden.

Die Unzufriedenheit mit der Union resultiert vor allem aus der Unzufriedenheit mit der Regierung: Gut 60 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Bundesregierung nicht einverstanden. Lediglich 34 Prozent sagen, die Koalition mache ihre Arbeit eher gut. Zu Beginn der Regierung im November 2009 meinten dies noch 50 Prozent.

Welchen Kurs soll die CDU künftig einschlagen? Die Forderung nach einer stärker von traditionell-konservativen Werten geprägten Ausrichtung wird von 31 Prozent der Deutschen geteilt, 30 Prozent halten den momentanen Kurs der CDU ohne große Änderungen für richtig, und 30 Prozent wollen sogar eher weniger Konservatismus. Grundsätzlich meinen 64 Prozent aller Befragten, dass die CDU sich mehr um die soziale Sicherheit kümmern sollte. Unter den Anhängern der CDU/CSU verlangen 44 Prozent mehr soziale Sicherheit. 37 Prozent der Unionsanhänger wünschen sich mehr traditionell-konservative politische Inhalte von der CDU, 20 Prozent sind für weniger als bisher, und 36 Prozent wollen nicht viel geändert haben.

Hat im Zuge der Sarrazin-Debatte eine neue Partei der Unzufriedenen eine Chance? Die Meinungsforscher sehen eher ein stabiles System in Deutschland. So halten 71 Prozent der im Politbarometer Befragten eine neue Partei für nicht notwendig. 27 Prozent befürworten eine solche parlamentarische Bewegung, wobei sich drei Prozent diese eher im linken und vier Prozent eher im rechten politischen Spektrum, 19 Prozent aber eher in der Mitte wünschen.