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Deutschland / Weltweit Union wittert „Troika“-Dämmerung, Beifall von der FDP
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Union wittert „Troika“-Dämmerung, Beifall von der FDP
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11:28 28.09.2012
Peer Steinbrück soll voraussichtlich Kanzlerkandidat der SPD werden.
Peer Steinbrück soll voraussichtlich Kanzlerkandidat der SPD werden. Quelle: dpa
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Berlin

Die absehbare Nominierung von Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten hat bei den anderen Parteien erste Reaktionen ausgelöst. Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer bezeichnete die Entscheidung am Freitag als „Troikadämmerung“: „Gabriel kann nicht, Steinmeier will nicht - da blieb nur einer übrig“, schrieb der CDU-Politiker im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, twitterte zunächst: „Hoffe, das ist eine Ente.“ Später schickte er hinterher: „Als Nordrhein-Westfale sach ich ma so: Das lässt viel Raum für die Grünen.“

Eine positive Reaktion auf die Steinbrück-Kandidatur kam indes aus der FDP. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki begrüßte die Entscheidung. „Steinbrück ist derjenige, mit dem die Liberalen am ehesten reden können“, sagte Kubicki der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Eine Ernennung des früheren Bundesfinanzministers sei zwar noch kein Signal für eine Ampelkoalition - „aber wenn es zur Nominierung von Steinbrück kommt, dann ist das das Zeichen, dass die SPD ernsthaft stärkste Partei werden will“. 

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, ist vom voraussichtlichen SPD-Kanzlerkandidaten nicht überzeugt. „Steinbrück ist der Offenbarungseid der SPD“, sagte sie der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. „Er ist das Eingeständnis, dass sie weiterhin für schlechte Renten, niedrige Löhne und lasche Bankenregulierung steht.“ Die SPD habe „aus ihrer Wahlniederlage von 2009 bis heute nichts gelernt“, fügte Wagenknecht hinzu. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekomme nun „wieder einen Herausforderer, der in keinem wesentlichen Punkt für eine andere Politik steht“.

dpa/dapd