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Deutschland / Weltweit „Unsere Antwort ist mehr Demokratie und mehr Humanität"
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17:58 24.07.2011
Norwegens Regierungschef Stoltenberg: „Wir geben nie unsere Werte auf"
Norwegens Regierungschef Stoltenberg: „Wir geben nie unsere Werte auf" Quelle: dpa
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Norwegen trauert nach dem schier unfassbaren Massenmord. Ministerpräsident Jens Stoltenberg erinnerte bei dem Trauergottesdienst im Osloer Dom auch an eigene Freunde unter den Opfern. Er habe Monica gut gekannt, sagte der Sozialdemokrat am Sonntag. Er war selbst oft zum Sommerlager für die Parteijugend auf der Insel Utøya gekommen, wo am Freitag mindestens 86 Menschen umgebracht wurden. Monica sei hier 20 Jahre hintereinander im Einsatz für junge Menschen gewesen: "Für viele von uns war sie Utøya. Jetzt ist sie tot. Erschossen und getötet, während sie Fürsorge und Unbesorgtheit für Jugendliche aus dem ganzen Land schaffte." Stoltenberg brach die Stimme, als er dann des jungen Sozialdemokraten Tore Eikeland gedachte: "Er war einer unserer hoffnungsvollsten Nachwuchspolitiker. Jetzt ist er tot. Weg für immer. Es ist nicht zu begreifen."

Vieles konnten die Norweger an diesem Wochenende noch nicht begreifen. Ihr friedliches, kleines Land traf nach einem auch von Stoltenberg gebrauchten Bild "die schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg". Stoltenberg und die anderen Vertreter des offiziellen Norwegen mühten sich in beeindruckender Weise, ihren 4,5 Millionen Landsleuten in der Stunde dieser höchsten Not und größten Verzweiflung positive Offenheit zu vermitteln. „Immer noch versuchen wir, den Umfang zu begreifen. Wir sind weiter erschüttert von dem, was uns getroffen hat. Aber wir geben nie unsere Werte auf", sagte Stoltenberg und warb für eine noch offenere Gesellschaft. „Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanität. Aber nie Naivität."

Außenminister Jonas Gahr Støre betonte am Sonntag in Oslo: "So schlimm alles ist: Wir werden dafür sorgen, dass die Norweger ihren Alltag schnell wiederbekommen." Keine leichten Worte angesichts völlig zerstörter Regierungsgebäude und eines so in Europa seit Jahrzehnten nicht erlebten Massenmordes.

dpa/frs

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