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Deutschland / Weltweit Vor 30 Jahren schaffte die DDR den Schießbefehl ab
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Vor 30 Jahren schaffte die DDR den Schießbefehl ab
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09:47 03.04.2019
Der Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße in Berlin Mitte. Quelle: Paul Glaser
Berlin

Die Stiftung Berliner Mauer hat an die Aufhebung des Schießbefehls an der DDR-Grenze vor 30 Jahren erinnert. Stiftungsdirektor Axel Klausmeier sprach von einem „historischen Ereignis“. Es zeige, wie stark die DDR-Führung nach dem gewaltsamen Tod von Chris Gueffroy an der Berliner Mauer im Februar 1989 international unter Druck gestanden habe.

Am 3. April 1989 hatte Generaloberst Fritz Streletz als amtierender Minister für Nationale Verteidigung führende Militärs über das von SED-Staats- und Parteichef Erich Honecker angeordnete Ende des Schießbefehls informiert. Der Befehl sollte bis zum 4. April an alle Grenztruppen durchgestellt werden. Aber noch am 8. April beendete am Grenzübergang Chausseestraße der letzte bekanntgewordene Schusswaffengebrauch an der Berliner Mauer den Fluchtversuch von zwei Jugendlichen.

Die Anordnung an die Grenzsoldaten, künftig nicht mehr auf Flüchtlinge zu schießen, gab der Minister nur mündlich. Die DDR wollte damit verhindern, dass die Existenz eines Schießbefehls durch seinen schriftlichen Widerruf im Westen dokumentiert werden könnte, teilte die Stiftung weiter mit.

Chris Gueffroy war der letzte Mensch, der an der Berliner Mauer erschossen wurde. Er hatte am 5. Februar 1989 versucht, von Ost- nach West-Berlin zu fliehen. Gueffroys Freund Christian Gaudian war bei dem Fluchtversuch ebenfalls von DDR-Grenzern angeschossen worden, er überlebte schwer verletzt. Die vier beteiligten Grenzsoldaten bekamen einen Orden und eine Prämie in Höhe von jeweils 150 Mark. Einen Monat nach Gueffroy bezahlte der Elektroingenieur Winfried Freudenberg seinen Fluchtversuch mit dem Leben. Sein selbstgebauter Gas-Ballon stützte über West-Berlin ab. Freudenberg war das letzte Todesopfer des DDR-Grenzregimes, acht Monate und einen Tag später fiel die Mauer.

Nooke auf dem Podium

Zum 30. Jubiläum erinnert auch die Stiftung Haus der Geschichte am 9. April im Berliner Tränenpalast an die Aufhebung des Schießbefehls im Jahr 1989. Im Gebäude der ehemaligen Grenzübergangsstelle am S-Bahnhof Friedrichstraße ist eine Podiumsdiskussion geplant. Mit dabei sind der Potsdamer Historiker Dominik Geppert, der Berliner Völkerrechtler Georg Nolte und die Diktaturbeauftragte des Landes Brandenburg, Maria Nooke.

Von RND/MAZ

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