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Deutschland / Weltweit Westerwelle tastet sich voran
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Westerwelle tastet sich voran
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20:36 06.11.2009
Transatlantischer Händedruck: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und US-Amtskollegin Hillary Clinton. Quelle: afp
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Guido, geh du voran“, sagt der Blick der US-Außenministerin als ein deutscher Fragesteller das Thema Opel aufs Tapet bringt. „Die amerikanische Außenministerin hat sehr viel Verständnis für unsere Haltung und unsere klaren Worte gefunden“, sagt Westerwelle: „Es hat aber keine weitergehenden Vereinbarungen gegeben.“ Clinton nickt freundlich – sagt aber keine Silbe, obwohl auch sie gefragt wurde.

Wenn der US-Regierung etwas an der Opel-Geschichte peinlich war, dann ist es der von den Managern in Detroit ungeschickt gewählte Zeitpunkt für die Entscheidung gewesen – ausgerechnet am Tag, als die Bundeskanzlerin im Kongress die deutsch-amerikanische Freundschaft beschwor. Westerwelle weiß, dass nicht mehr zu holen ist, auch wenn er tapfer die deutsche Empörung demonstriert.

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Etwas zu ernst und zu kontrolliert wirkt der frischgebackene Außenminister, als er in dem winzigen Empfangsraum in der Nähe von Clintons persönlichem Büro nach seinem Antrittsbesuch in Washingtons in die Kameras blickt. „Meine Güte, was für ein Auflauf“, sagt Clinton mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht. Es sind zumeist deutsche Journalisten, die sich versammelt haben. Die wenigen Amerikaner interessieren sich weniger dafür, was der deutsche Gast zu sagen hat, sondern fischen bei Clinton nach neuen Äußerungen zur Nahostpolitik. Neben der US-Außenministerin, die viel lächelt und dennoch kühle Professionalität ausstrahlt, wirkt Westerwelle wie einer, der vor allem keine Fehler machen will. Mit gefalteten Händen wiederholt er vertraute Textbausteine. „Wir Deutsche setzen fest auf eine transatlantische Partnerschaft, auf eine Freundschaft unserer Völker“, sagt er. Der Meister der knackigen Statements übt noch die ziselierte Sprache des Diplomaten.

von Andreas Geldner