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05:00 15.11.2018
Eine Frau sitzt auf der Couch ihrer Wohnung und arbeitet am Laptop. Das Berufsleben wird zunehmend von der Digitalisierung mitbestimmt – immer öfter auch an Wochenenden. Quelle: Nicolas Armer/dpa
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Berlin

Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland arbeitet mindestens zwei Mal im Monat auch samstags oder sonntags. Dabei geht es um gut neun Millionen Arbeitnehmer im vergangenen Jahr. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

So genannte atypische Arbeitszeiten sind auch darüber hinaus weit verbreitet. Nach Ministeriumsangaben arbeiten 6,8 Millionen Arbeitnehmer und damit fast jeder Fünfte abends sowie zwei Millionen nachts – entweder an jedem Arbeitstag oder an mindestens der Hälfte der Werktage innerhalb der letzten vier Wochen. Bei 1,6 Millionen Beschäftigten liegt die Arbeitszeit bei 49 Stunden in der Woche oder darüber. Etwa jeder siebte Beschäftigte in Deutschland ist Schichtarbeiter.

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Die Zahlen sind eine Momentaufnahme für das vergangene Jahr. Sie basieren auf einer Auswertung des jüngsten Mikrozensus – aufgrund einer veränderten Methodik können sie jedoch nur sehr eingeschränkt mit früheren Daten verglichen werden.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Susanne Ferschl, sieht die neuen Zahlen als Alarmzeichen. „Atypische Arbeitszeiten belasten soziale Bindungen – Wochenende heißt für viele schon lange nicht mehr Freizeit und Familie“, sagte Ferschl dem RND. „Beschäftigte müssen ihr Leben immer öfter den Interessen von Arbeitgebern und Marktzwängen unterordnen.“ Profitinteressen dürften aber nicht über die sozialen Bedürfnisse und die Gesundheit von Menschen gestellt werden. „Es ist nachvollziehbar, dass im Krankenhaus oder bei der Bahn sonntags gearbeitet werden muss“, so Ferschl. „Aber sonntags einkaufen muss nicht sein.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND