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Niedersachsen Syrische Flüchtlinge in Hannover gelandet
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00:15 14.03.2015
Foto: Die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Hannover.
Die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Für 179 Männer, Frauen und Kinder aus Syrien ist am Mittwoch die lange Flucht vor dem Bürgerkrieg vorerst zu Ende gegangen. Am Nachmittag landete eine Maschine mit ihnen an Bord auf dem Flughafen in Langenhagen. Es war der insgesamt 50. Flug, den Deutschland bislang für besonders schutzwürdige Flüchtlinge gechartert hat.

Das Charterflugzeug war am Morgen in der libanesischen Hauptstadt Beirut gestartet. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Emily Haber, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, nahmen die Neuankömmlinge noch auf dem Rollfeld in Empfang. „Diese Menschen haben teils monatelange oder jahrelange Fluchterfahrungen hinter sich. Ich bin sehr froh, dass wir denen helfen können, die sonst vor dem Nichts gestanden hätten“, betonte Pistorius. Haber hieß die Flüchtlinge ebenfalls willkommen und versicherte ihnen, künftig nicht mehr in Angst vor Krieg und Vertreibung leben zu müssen.

Das hörte Khaled Al Bazzez gerne, einer der ausgeflogenen Syrer. Der 33-Jährige ist nach eigenen Angaben vor drei Jahren mit seiner Frau und den sechs Kindern in den Libanon geflüchtet. Der Krieg zwischen Regierungstruppen, oppositionellen Kräften und islamistischen Terroristen habe in seiner Heimat fast alles verwüstet. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums werden die Syrer zunächst im Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Friedland im Landkreis Göttingen untergebracht. Später sollen sie auf ganz Deutschland verteilt werden. 15 von ihnen werden in Niedersachsen bleiben.  

Deutschland fliegt seit 2009 regelmäßig besonders schutzwürdige Flüchtlinge per Flugzeug aus. Zu Beginn waren es vor allem Christen aus dem Irak, die dort verfolgt wurden und für die es keine Perspektive zur Rückkehr in ihre Heimat gab. Seit 2013 holt Deutschland nun Flüchtlinge aus Syrien im Rahmen eines Sonderprogramms ins Land. Die Flüchtlinge treffen mit Charterflugzeugen zumeist aus dem Libanon ein, wo sie bereits viele Monate in Lagern verbrachten. Auch die Neuankömmlinge am Mittwoch gehörten zu den 20 000 besonders schutzbedürftigen Syrern, deren Aufnahme die Bundesregierung 2013 beschlossen hatte.

Von Christopher Beschnitt

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