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Niedersachsen 600 Gäste nehmen am Freitag Abschied von getötetem Soldaten
Nachrichten Politik Niedersachsen 600 Gäste nehmen am Freitag Abschied von getötetem Soldaten
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14:32 15.10.2010
Der Sarg mit dem getöteten Soldaten wurde von Afghanistan nach Deutschland transportiert, wo am Freitag die Trauerfeier zelebriert wird.
Der Sarg mit dem getöteten Soldaten wurde von Afghanistan nach Deutschland transportiert. Quelle: dpa
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Bei einer Trauerfeier in der Selsinger St.-Lamberti-Kirche werden am Freitag rund 600 Gäste Abschied von dem in Afghanistan getöteten Bundeswehr-Soldaten nehmen. Darunter sind nach Angaben der Bundeswehr vom Donnerstag auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker, Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) und ein Vertreter der afghanischen Botschaft.

Weil das evangelische Gotteshaus im Kreis Rotenburg/Wümme für alle erwarteten Trauernden zu klein ist, werden Hunderte Soldaten und Bürger den Gottesdienst zudem draußen auf einer großen Leinwand verfolgen können. Der Norddeutsche Rundfunk überträgt die Trauerfeier. „Auch in Afghanistan werden die Kameraden sie live mitverfolgen können“, sagte der Sprecher der Luftlandebrigade 31, Hauptmann Rainer Grimm.

In der Trauerfeier wird von evangelischer Seite der Militärdekan Armin Wenzel sprechen. Die Predigt soll der katholische Militärdekan Hartmut Gremler halten. Der Sarg des Fallschirmjägers wird in der Kirche aufgebahrt werden. Ein großes Foto soll an den Gefallenen erinnern.

Im Selsinger Nachbarort Seedorf befindet sich die Heimatkaserne des getöteten Fallschirmjägers. Der 26 Jahre alte Oberfeldwebel vom Fallschirmjägerbataillon 313 war am 7. Oktober durch einen Selbstmordanschlag der Taliban in der nordafghanischen Provinz Baghlan ums Leben gekommen. Anschließend gab es ein knapp siebenstündiges Gefecht. Insgesamt wurden 14 deutsche Soldaten verletzt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stammt mehr als die Hälfte der Verwundeten aus Seedorf.

Die 790-Seelen-Gemeinde hatte erst vor einem halben Jahr den Tod von drei jungen Fallschirmjägern am Hindukusch verkraften müssen. Die Betroffenheit, dass wieder jemand aus der Kaserne getötet wurde, ist in dem Ort sehr groß.

Kurz nach der schrecklichen Nachricht war in der St.-Lamberti-Kirche ein Trauerbuch ausgelegt worden. „Manche kennen Kameraden des Gefallenen gut und wünschen Ihnen viel Kraft und Gottes Segen“, berichtete der Sprecher des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven, Pastor Kay Oppermann. Das Trauerbuch wird bis Freitagnachmittag vorübergehend im Selsinger Rathaus ausliegen.

dpa

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