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Niedersachsen Agrarministerium rechnet mit weiteren Dioxin-Funden in Eiern
Nachrichten Politik Niedersachsen Agrarministerium rechnet mit weiteren Dioxin-Funden in Eiern
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13:20 03.01.2011
Der Skandal um dioxinbelastete Eier und Geflügel in Nordrhein-Westfalen weitet sich möglicherweise aus.
Der Skandal um dioxinbelastete Eier und Geflügel in Nordrhein-Westfalen weitet sich möglicherweise aus. Quelle: ap
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Das niedersächsische Agrarministerium rechnet nach den Dioxin-Funden in Eiern mit einer Ausweitung der Gift-Belastung in landwirtschaftlichen Betrieben. Die Behörden wollen die Vertriebskanäle aufdecken, auf denen mit Dioxin verseuchtes Fett an Futtermittel-Hersteller und schließlich an Hühnerfarmen gelangt ist.

„Es können noch mehr Betriebe werden“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, am Montag in Hannover. Bislang dürfen 14 Betriebe in Nordrhein-Westfalen und 20 in Niedersachsen weder Eier noch Fleisch ausliefern, weil sie belastetes Futter verwendet haben sollen. Das Fett, das dem Futter beigemischt ist, stammt von einem Hersteller aus Schleswig-Holstein. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

In der vergangenen Woche waren 34 Eier-Proben aus betroffenen Unternehmen in Niedersachsen gezogen worden, 18 sind bislang ausgewertet. Davon sei in einer Eier-Probe der Dioxin-Wert doppelt so hoch wie erlaubt gewesen, sagte der Ministeriumssprecher. „Wir haben kein Horror-Szenario“. Aber eine Dioxin-Belastung müsse unbedingt so weit wie möglich verhindert werden.

Das Agrarministerium in Hannover erhofft sich mit Hilfe von Lieferlisten Auskunft über Betriebe, die das belastete Fett Hühnerfutter beigemischt haben. Außerdem wird auch Hühnerfleisch kontrolliert. Dazu seien Probe-Schlachtungen angeordnet worden, berichtete Sprecher Hahne.

Mehrere Bundesländer wollten am Montagnachmittag zudem bei einer Telefon-Schaltkonferenz einen Überblick über das Ausmaß der Dioxin-Verseuchung von Futtermitteln gewinnen. „Dabei sollen auch Maßnahmen erwogen werden“, sagte ein Sprecher des Umweltschutzministeriums in Kiel. Unklar scheint, ob belastete Eier in den Handel gelangt sind.

Das Dioxin im Futter für einige deutsche Hühnerfarmen stammt möglicherweise von einem holländischen Händler. Er hat dem schleswig-holsteinischen Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch nach dessen Angaben dioxinbelastete Fettsäure geliefert, die zu Futtermittel verarbeitet wurde. Die Ware stammte von einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG im niedersächsischen Emden, sagte Harles & Jentzsch-Geschäftsführer Siegfried Sievert am Montag in Uetersen. Bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl entstehe eine pflanzliche Mischfettsäure. Diese habe Harles & Jentzsch gelegentlich erworben.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.