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Niedersachsen Von Wüstlingen und Klimarettern
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17:01 11.10.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
Hannover

Na, das ging ja gerade noch gut. Greta Thunberg bekommt nicht den Friedensnobelpreis. Den Alternativen Nobelpreis hat sie bereits und das ist für den Anfang ja auch nicht übel. Aber frohe Kunde kommt aus Bremen. In Zeiten großer Not wächst hier das Rettende auch. „Bremer Frauen stricken für den Klimaschutz“, meldet der Evangelische Pressedienst. Und das ist doch eine hoffnungsfrohe Meldung in umwölkten Zeiten. Denn die Bremer Frauen stricken Decken. Mit Decken für Gottesdienstbesucher, die im Winter ausgeteilt werden könnten, könne ein nicht unerheblicher Beitrag zur Einsparung von klimaschädlichem CO2-Gas geleistet werden, erklärte dazu die Klimaschutzmanagerin der Bremer Kirche. Diese Idee habe sie aus der Inselkirche auf Langeoog, also eine Art Insellösung. Schöne Idee: Frieren für den Frieden. Und für den Klimaschutz.

Turteltaubenfrei

Nicht so schön ist die Mitteilung, dass nach Auskunft des Naturschutzbundes Deutschland mittlerweile ganze Regionen Deutschlands turteltaubenfrei sind. Turteltaubenfrei, ein wunderbares Wort, auch zum Nachsingen im engsten Familienkreis geeignet („Ach, was sind wir heute wieder turteltaubenfrei?“), aber doch ein schrecklicher Zustand, weshalb man dem Nabu danken muss, die Turteltaube zum Vogel des Jahres gekürt zu haben. Die meisten Turteltauben leben übrigens in Spanien, Frankreich und Italien.

Das ist erstaunlich, weil diese Länder zwar eine ausgesucht gute Küche haben, in der mitunter aber auch ein Vogel auf dem Teller landen könnte, denn die Vogeljagd erfreut sich hier allergrößter Beliebtheit was wir für eine Schweinerei (passt das Bild?) halten. Sei’s drum. Die kleinen Vögel ernähren sich jedenfalls ausschließlich vegan, was sie vom Aasgeier, der Silbermöwe oder der Rabenkrähe unterscheidet. Und sie haben wenig mit ihren gemeinen Vettern und Basen zu tun, den Stadttauben, die keineswegs nur ein Quell von Freuden sein können. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Warum ruft niemand den Doktor?

Ausgerechnet von der Taube jetzt auf Donald Trump und Boris Johnson zu kommen, ist gewagt. Einigen wir uns auf den Satz, dass auch Tauben ziemlich viel Mist produzieren können. Trump überrascht uns immer wieder, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen hatten, den Wüstling zu ignorieren. Aber was ist das für eine Welt, in der man einen amerikanischen Präsidenten ungestraft sagen lassen kann: „Wenn die Türkei irgendetwas unternimmt, was ich in meiner großartigen und unvergleichlichen Weisheit für tabu halte, werde ich die türkische Wirtschaft vollständig zerstören und auslöschen.“ Ja warum ruft denn da niemand den Doktor? Immerhin verhandelt Trumps Bruder im Geiste, Alexander Boris de Pfeffel Johnson, so heißt der britische Premier vollständig, jetzt noch einmal mit der EU um den Brexit, und man fragt sich nach dem ganzen Hin und Her, ob das wirklich noch eine gute Nachricht ist.

Aber was ist in der internationalen Politikkonfusion noch richtig oder falsch, in der man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Oder müsste es gut niedersächsisch heißen: Man sieht den Wald vor lauter Käfern nicht? Fragen über Fragen.

Von Michael B. Berger

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