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Niedersachsen Außenminister Steinmeier zu Gast in Hannover
Nachrichten Politik Niedersachsen Außenminister Steinmeier zu Gast in Hannover
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20:19 09.01.2017
Von Michael B. Berger
Ministerpräsident Stephan Weil und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Quelle: Droese
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Hannover

„War das mal ein Restaurant?“, fragt Frank-Walter Steinmeier, Kandidat für das Bundespräsidentenamt, den niedersächsischen Landtagspräsidenten Bernd Busemann (CDU). „Nein, eine Eisenwarenhandlung“, sagt Busemann über den provisorischen Landtag, den Steinmeier noch nicht kennt. Denn als dieser noch in Hannover wirkte und für Gerhard Schröder die Kohlen aus dem Keller holte, tagte der Landtag noch nicht in dem Neo-Renaissancebau, der seit zweieinhalb Jahren das Parlament beherbergt. In diesem Provisorium endet Steinmeiers dreistündige Vorstellungstour, die weitgehend auf vertrautem Terrain stattfindet.

Um kurz nach 13 Uhr ist der Kandidat für das höchste Staatsamt in der Staatskanzlei eingetroffen. Hier erwartet ihn kein Knatsch wie mit der AfD am frühen Morgen in Potsdam, sondern hier stehen freudig erregte Mitarbeiter Spalier auf den Fluren. „Hallo“, ruft der frühere Medienreferent im Foyer der Staatskanzlei und reißt die Arme hoch. Heftiger Beifall schallt herunter. „Das ist heute wie auf einer Betriebsfeier“, sagt Jutta Kremer, die „den Frank“ noch aus ganz frühen Zeiten kennt. Als Medienreferent hat er in einer Dachstube der Staatskanzlei angefangen. „Als einen der ersten Erfolge haben wir einen Ventilator erstritten“, sagt Steinmeier. Heute dürfte der Raum wohl gut isoliert sein, denkt er. Doch das ist nicht so.

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Ventilieren will Steinmeier, wenn er am 12. Februar gewählt wird, wohl auch das politische Klima in der Republik. Um den Zusammenhalt der Republik ist er besorgt, der 61-jährige Sozialdemokrat, der in den Jahren zwischen 1991 und 1998 sein politisches Handwerk in Hannover gelernt hat – „und jeden Quadratmeter der Staatskanzlei noch heute kennt“, wie er sagt.

Ein Porzellanross fürs Bellevue

„Richtig dankbar“ sei er für die Jahre in Hannover, sagt Steinmeier. Die Staatskanzlei muss er mit einem kleinen Niedersachsen-Ross aus Porzellan verlassen. „Das soll sich der künftige Bundespräsident auf den Schreibtisch stellen“, sagt Ministerpräsident Stephan Weil, der auch als Referent seine Karriere begann – im Justizministerium.

Nach einem Plausch bei Weil sowie Brötchen mit Käse und Mettwurst geht’s für Steinmeier hinüber zu den Landtagsfraktionen. Hier gibt es auch bei der CDU Beifall – dabei hätten einige, wie Landtagspräsident Busemann, lieber Winfried Kretschmann im Bundespräsidentenamt gesehen. Sei’s drum.

Nun ist es Steinmeier, der auch einige FDP-Wahlmänner überzeugt zu haben scheint. Schon aufgrund seiner außenpolitischen Erfahrungen sei Steinmeier „in außergewöhnlicher Weise“ für das Amt geeignet, findet etwa Alexander zu Schaumburg-Lippe. Nach einigen Enttäuschungen im Spitzenamt sei es doch gut, wenn auf geschulte Politiker zurückgegriffen werde, meint der Fürst aus Schaumburg.

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