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06:00 20.02.2019
Ein Geisterfahrer kam bei dem Frontalzusammenstoß auf der A 1 ums Leben. Eine Familie von zwei Erwachsenen und zwei Kindern aus dem anderen Wagen wurden verletzt. Quelle: Guenther Richter/dpa
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Hannover

In Niedersachsen sollen Geisterfahrer künftig mit einer speziellen Beleuchtung schon an den Autobahn-Auffahrten gestoppt werden. In den Boden eingelassene Leuchtdioden sollen dabei das Durchfahrtsverbot anzeigen. „Die Unterflurbeleuchtung soll das Sicherheitsrisiko durch Falschfahrer auf Autobahnen reduzieren“, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) der HAZ. Geplant sei zunächst ein Modellprojekt mit fünf bis sechs Auffahrten. Althusmann kündigte zudem eine Bundesratsinitiative an, um solche Modellprojekte künftig einfacher durchführen zu können.

Erst am vergangenen Wochenende war ein Geisterfahrer bei einem Frontalzusammenstoß auf der Autobahn 1 bei Stuhr im Landkreis Diepholz ums Leben gekommen. Vier Insassen des anderen Wagens wurden dabei schwer verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Zudem fuhr ein 79 Jahre alter Autofahrer am Sonntagmorgen rund 60 Kilometer auf der A 2 ab Herford-Ost in Richtung Hannover auf der falschen Seite – bis ihn Polizeibeamte auf Höhe der Anschlussstelle Bad Nenndorf aufhalten konnten. Nach Angaben des Innenministeriums kam es im Jahr 2017 zu elf Unfällen durch Falschfahrer auf niedersächsischen Autobahnen. Dabei wurden zwei Menschen getötet, einer schwer und zwei leicht verletzt. Für 2018 sei die Unfallstatistik noch nicht ausgewertet, hieß es.

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Unfälle bei Geisterfahrten meist besonders schwer

„Die LED-Initiative ist natürlich super“, sagte ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Der ADAC begrüße alle Maßnahmen, die zur mehr Sicherheit beitrügen und baulich machbar seien. „Unfälle bei Geisterfahrten sind meist besonders schwer“, betonte Rettig. „Für das Problem gibt es keine Patentlösung“, sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Heiner Bartling. Man müsse aber Dinge ausprobieren. Bartling nannte als Beispiele die großflächigen Stopp-Schilder in Österreich und das Pilotprojekt mit Rütteleffekten und Geräuschen in Baden-Württemberg. Der Ex-Innenminister forderte regelmäßige „Sonderverkehrsschauen“, bei denen Polizei und Straßenbaubehörden gemeinsam die Sicherheit der Auffahrten prüfen. In Niedersachsen gibt es insgesamt rund 600 Auffahrten.

Die FDP im Landtag hatte bereits vor einem Jahr einen LED-Modellversuch gefordert. „Die Ausstattung mit moderner LED-Lichttechnik an Unfallschwerpunkten, Gefahrenstellen oder bei unklarer Verkehrsführung trägt dazu bei, dass der Verkehr sicherer wird“, sagte FDP-Fraktionsvize Jörg Bode. Die Bürokratie bei der Umsetzung verzögere den Einsatz dieser innovativen Technik aber viel zu lange.

Gefährlichster Tag ist der Samstag

Als Gründe für Geisterfahrten werden meist Alkohol- oder Medikamentenkonsum, Mutproben oder Selbstmordabsichten genannt. Nach einer ADAC-Studie sind 70 Prozent der Falschfahrer Männer. Gefährlichster Tag auf den Autobahnen ist demnach der Samstag. Nach einer Studie der Uni Wuppertal aus dem Jahr 2012 werden jährlich rund 1800 Falschfahrer gemeldet, sie sind aber nur an 0,05 Prozent der Autobahn-Unfälle beteiligt.

Von Marco Seng

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