Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Das sagen Niedersachsens Politiker zur neuen ICE-Trasse in der Region
Nachrichten Politik Niedersachsen Das sagen Niedersachsens Politiker zur neuen ICE-Trasse in der Region
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:27 18.03.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

ICE-Züge sollen künftig mit bis zu Tempo 300 durch die Region Hannover fahren. Weil die Deutsche Bahn die Fahrzeit zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet deutlich verkürzen will, soll in den kommenden Jahren eine neue Schnelltrasse zwischen Hannover und Bielefeld gebaut werden. Das kündigte der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), am Montag an. Doch die Pläne des Bundesverkehrsministeriums sind in Niedersachsen umstritten. Die rot-schwarze Landesregierung favorisiert einen Ausbau der bestehenden Strecke.

Mit der neuen Trasse könnten mehr Fahrgäste für die schnelle und ökologische Schiene gewonnen werden, sagte Ferlemann. „Heraus kommt ein Halbstundentakt, das ist doch ein Traum für die Gesamtregion.“ Bisher pendelt der ICE stündlich zwischen Köln und Berlin und benötigt 4 Stunden und 40 Minuten. Künftig sollen es vier Stunden sein.

Anzeige

Althusmann: „Großes Interesse am Ausbau der Strecke“

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) bremste am Montag. „Die Landesregierung hat ein sehr großes Interesse am Ausbau der Strecke HannoverBielefeld“, sagte Althusmann der HAZ. Wie genau dieser Ausbau aussehen werde, solle ab 2020 in einem Dialogverfahren mit den betroffenen Regionen festgelegt werden. „In diesem Ziel sind sich Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen einig.“

Weiterlesen: Bahn investiert 750 Millionen Euro in Niedersachsen und Bremen

In der Ausbauplanung des Bundes befindet sich die Strecke im vordringlichen Bedarf. Geschätzte Kosten: rund 1,9 Milliarden Euro. Bislang war allerdings nur eine Erhöhung auf Tempo 230 und eine Verkürzung der Fahrzeit von acht Minuten geplant, wobei die Frage offen gehalten wurde, ob ein Ausbau der bestehenden Strecke reiche oder eine neue Trasse von Seelze bis Porta Westfalica nötig sei. Der Bund bevorzugt laut Ferlemann eine Trassenführung entlang der Autobahn  2. Die Deutsche Bahn wollte sich auf Nachfrage nicht äußern.

Schnelligkeit und Pünktlichkeit sind wichtig

Wirtschaftsvertreter forderten mehr Tempo beim Ausbau der Strecke. „Wir müssen zeigen, dass wir in solchen Verfahren unbürokratisch und schnell vorankommen“, sagte Volker Müller von den Unternehmerverbänden Niedersachsen. Für die Wirtschaft sei Schnelligkeit und Pünktlichkeit wichtig. Der Fahrgastverband Pro Bahn sprach sich für einen teilweisen Neubau aus. Die Strecke sei ein „Nadelöhr für den Deutschland-Takt“, der bis 2030 kommen solle, sagte Landeschef Björn Gryschka.

Auch der FDP-Fraktionsvize im Landtag, Jörg Bode, hält eine Neubautrasse für notwendig. „Ein Ausbau der Bahnlinie dürfte für das Ziel, mehr Menschen vom Flugzeug in die Bahn zu bringen, nicht ausreichend sein.“ Grünen-Fraktionschefin Anja Piel warnte, dass ein Neubau sich erheblich auf „Umwelt, Tourismus, Landwirtschaft und Lebensqualität“ auswirken würde.

Weiterlesen: Bahnchef warnt: Weg zur besseren Bahn wird lange dauern

Von Marco Seng und Michael Evers