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Niedersachsen Zuwanderer zieht es nur in die Städte
Nachrichten Politik Niedersachsen Zuwanderer zieht es nur in die Städte
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00:16 25.05.2014
Von Klaus Wallbaum
Die Bevölkerung in Niedersachsen wächst. Jeder vierte Zuwanderer zog nach Hannover oder Region. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Zunächst einmal ist die neue Nachricht ein Grund zum Aufatmen: Mehr Menschen als im Vorjahr sind nach Niedersachsen gekommen und wollen sich hier dauerhaft niederlassen. Der Zustrom aus dem Ausland, so haben die Statistiker errechnet, ist so stark wie in den vergangenen 20 Jahren nicht. Das ist gut für ein Land, das unter einem Geburtenmangel leidet. Doch die Sache hat auch eine negative Seite: Die Menschen ziehen meistens nicht dort hin, wo der Bevölkerungsschwund am größten ist - sie wollen vielmehr in die Regionen, in denen die Wirtschaft brummt.

Aus einer gerade fertiggestellten Aufstellung des Landesamtes für Statistik geht dieser Trend klar hervor. Abgebildet werden die Wanderungsbewegungen - also die Zahl, die beim Vergleich von Wegzügen einerseits und Zuzügen auf der anderen Seite übrig bleibt. Erfasst sind nicht nur die, die aus dem Ausland gekommen oder in die Ferne ausgewandert sind, sondern auch jene, die innerhalb Deutschlands ihren Wohnsitz gewechselt haben, etwa von München nach Hannover gegangen sind oder umgekehrt. Im Ergebnis heißt das: 2013 sind rund 376.000 Menschen nach Niedersachsen gekommen, rund 339 000 haben das Land verlassen. Die Differenz beträgt 37 396 Menschen, um die die Einwohnerzahl angewachsen ist.

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Die Regionen sind davon unterschiedlich betroffen. Fast jeden vierten Zuwanderer, nämlich 8806 Personen, zog es in die Region Hannover. Davon sind allein 4306 in die Landeshauptstadt gekommen. Langenhagen gewinnt 364 Zuzügler, Garbsen 421. Sehr starke Gewinne haben auch die Stadt Braunschweig (plus 1976), der Kreis Harburg im Hamburger Umland (plus 2511), die Stadt Lüneburg und der Kreis Emsland (jeweils mit einem Zuwachs von 1326) zu verbuchen. Der Kreis Aurich sticht mit einem Plus von 1216 hervor, ebenso der benachbarte Kreis Leer mit 1115.

Der Kreis Cloppenburg, in dem die Fleischindustrie boomt, hat nur ein relativ schwaches Plus von 31 Zuwanderern, im benachbarten Kreis Vechta sind es immerhin 477. Unterschiede fallen auch in der Weser-Region auf: Der Kreis Hameln-Pyrmont steht mit 304 neuen Einwohnern noch gut da, der Kreis Holzminden verzeichnet aber nur 59, der Kreis Nienburg nur 98. Nebenan, im Kreis Schaumburg, sind es dann aber schon 518.

Zu den Regionen mit starker Zuwanderung gehören der Kreis Göttingen (plus 980), die Stadt Wolfsburg (plus 1026) und der Heidekreis (plus 1033). Im benachbarten Kreis Rotenburg wurden dagegen nur 55 Zugerzogene ermittelt.

Zwei Regionen gibt es, die sogar rote Zahlen schreiben: Dort überwiegen die Fort- die Zuzüge. Das sind der Kreis Osterode am Harz mit einem Minus von 102 Einwohnern und die Stadt Wilhelmshaven mit einem Minus von 238 Menschen. In der Nachbarschaft allerdings sieht es besser aus. Der Kreis Friesland, der an Wilhelmshaven grenzt, hat ein Plus von 316, der Kreis Northeim, der wie Osterode zum strukturschwachen Südniedersachsen zählt, kann mit einem Plus von 146 Menschen aufwarten. Ein armer Kreis, Helmstedt, hat einen beachtlichen Einwohnerzuwachs von 607 Einwohnern. Oft sind es Arbeitsplatzangebote oder Verwandtschaftsbeziehungen, die für die Ansiedlung ausschlaggebend sind. Offen bleibt aber oft, ob die Zugewanderten auf Dauer oder nur für kurze Zeit in Niedersachsen bleiben. Darüber gibt die Statistik, die sich nur auf die Entwicklung im Jahr 2013 bezieht, keinerlei Auskunft.

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