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Niedersachsen Briten entscheiden bis Sommer über Zukunft in Niedersachsen
Nachrichten Politik Niedersachsen Briten entscheiden bis Sommer über Zukunft in Niedersachsen
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17:52 21.03.2011
Derzeit sind noch 20.000 britische Soldaten in Niedersachsen stationiert.
Derzeit sind noch 20.000 britische Soldaten in Niedersachsen stationiert. Quelle: dpa
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"Wir verstehen die Bedenken der Gemeinden", sagte der britische Verteidigungsstaatssekretär Gerald Howarth am Montag nach einem Gespräch mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). "Wir werden sicherstellen, dass es eine enge Abstimmung bei diesem Prozess gibt." Das Ministerium werde einen politischen Ansprechpartner für die Landesregierungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen abstellen.

Derzeit sind noch 20 000 britische Soldaten in Niedersachsen stationiert. Bis 2020 wollen die Briten ihre deutschen Kasernen schließen. Die ökonomische Situation lasse keine Wahl, sagte Howarth. McAllister zeigte angesichts der deutschen Bundeswehrreform Verständnis für die Briten: Die Standorte in Deutschland würden den britischen Staat jedes Jahr 250 Millionen Pfund (287 Millionen Euro) kosten. "Die Entscheidung, die Truppen abzuziehen, erscheint mir unumgänglich." McAllister hatte rund 45 Minuten mit Howarth und dem britischen Verteidigungsminister Liam Fox gesprochen.

Die Briten hätten mehrfach betont, dass es einen "schrittweisen Abzug" geben solle, bei dem "auch regionalpolitische und soziale Überlegungen eine Rolle spielen", sagte der Ministerpräsident im Anschluss. Er gehe nicht davon aus, dass bereits bis 2015 die Hälfte aller britischen Soldaten aus Deutschland abgezogen werden. Weil die Briten eventuell einen Übungsplatz im Ausland erhalten wollen, warb McAllister für die weitere Nutzung des Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne. Er übergab Fox eine Studie zu den ökonomischen Auswirkungen des Truppenabzugs auf die Region. "Minister Fox hat in Aussicht gestellt, dass es hier voraussichtlich bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung geben wird."

Der Übungsplatz stehe derzeit noch in Konkurrenz mit Senne bei Paderborn, einer Kaserne in Kanada und mehreren britischen Standorten. McAllister hatte am Montagmorgen außerdem eine Schule in einer sozial-schwachen Londoner Gegend besucht, die Westminster Abbey besichtigt und sich mit Vertretern deutscher Unternehmen getroffen. Höhepunkt der Reise sollte am Nachmittag ein Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron in dessen Amtssitz in der Downing Street werden.

dpa