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Niedersachsen CDU denkt über Gesamtschulen nach
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20:50 13.08.2010
Von Saskia Döhner
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Die CDU/FDP-Regierung hatte die Neugründung von Gesamtschulen nach ihrem Wahlsieg 2003 erst verboten und aufgrund des öffentlichen Drucks fünf Jahre später wieder erlaubt – allerdings unter strengen Vorgaben, gegen die Opposition, Elterninitiativen, die kommunalen Spitzenverbände, aber zunehmend auch Kommunalpolitiker aus den eigenen Reihen Sturm gelaufen sind.

Jetzt fordert der CDU-Kreisverband Schaumburg in einem Antrag, über den der Landesparteitag am 27. August in Lingen berät, auch vierzügige IGSen zuzulassen. „Eltern wollen neben den Gymnasien zunehmend auch eine IGS“, sagte Kreisverbandsvorsitzender und Landratskandidat Klaus-Dieter Drewes. Wichtig sei es, zugleich auch ein angemessenes Angebot an Sekundarstufe-I-Schulen bereitzuhalten, die eng mit den Berufsbildenden Schulen zusammenarbeiteten, fügte er hinzu. Nicht nur Hauptschulen, sondern alle weiterführenden Schulen mit Sekundarstufe I sollten mit Schulsozialarbeitern ausgestattet sein. Zudem macht sich der Schaumburger Kreisverband für eine zentrale Schulleitungsakademie stark mit einem obligatorischem Besuch für Nachwuchskräfte.

Egal, ob der Antrag eine Mehrheit findet beim Parteitag oder nicht, der Reformwille in der CDU sei jedenfalls da, sagt Karl-Ludwig von Danwitz, Schulexperte in der Landtagsfraktion. „Wir werden uns bewegen, nur in welche Richtung ist noch nicht ganz klar.“ Es gelte auch die Gespräche abzuwarten, die Ministerpräsident David McAllister derzeit mit den Kommunal- und Bildungsverbänden führt. Das nächste Treffen ist für Anfang September geplant. Bis Oktober würden Vorschläge auf dem Tisch liegen, versichert von Danwitz.

Im Gespräch ist auch die Idee, Haupt- und Realschulen zu berufsorientierten Oberschulen zusammenzulegen. Im Kultusministerium will man die Vorschläge zur Schulstruktur nicht kommentieren. „Wir greifen weder dem Landesparteitag noch den Gesprächen des Ministerpräsidenten vor“, sagte eine Sprecherin.

Während für die FDP eine dreizügige KGS mit je einem Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig durchaus Charme hat, zeigt sich der kleine Koalitionspartner beim Thema IGS eher hartleibig. „Da bleibt es bei der Fünfzügigkeit“, sagt Bildungssprecher Björn Försterling. Andererseits sei die FDP offen für Verhandlungen und werde nicht in die Blockadehaltung gehen.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hatte schon bei seinem Amtsantritt im April das Ende der ideologischen Strukturdebatten gefordert. Er wolle lieber über Unterrichtsqualität streiten.