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Niedersachsen Der Zipfelmütze weicht der Minister aus
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19:02 14.05.2014
„Zeigt dem Parlament die lange Nase“: Agrarminister Meyer. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Kamerateams und etliche Fotografen warteten am frühen Morgen vergeblich auf Agrarminister Christian Meyer. Der Grüne zog es vor, nicht über die große Treppe unter dem Portikus in den Landtag zu gelangen, denn dort wartete der frühere Minister Horst Rehberger (FDP) und ein Mitstreiter, um Meyer eine „Ehrung“ zu überreichen, die der gar nicht wollte - die „Zipfelmütze deutscher Agrar-Michel“. Ein ziemlich hässliches Kopfstück, gestiftet vom „Forum Grüne Vernunft“, das für die Entdämonisierung der Gentechnik streitet und gegen eine Politik, wie Meyer sie vertritt. Doch die beiden Herren mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen - Meyer saß schon ohne Zipfel im Plenum.

Dort ging es am Mittwoch auch um ein zentrales Vorhaben Meyers - um das neue Güllekataster oder „Nährstoffmanagement“, wie es die Landtagsfraktionen nennen. Und wieder einmal um Meyer, bei dem nicht nur manche Bauernfunktionäre zum Hasskäppi greifen, sondern auch die Landtagsopposition. Die spießte genüsslich auf, dass Meyer einen gemeinsamen Vorschlag aller Landtagsfraktionen sofort auf seine Art kommentiert hatte. Während die Fraktionen bei der Suche nach einem Kompromiss zum Umgang mit überschüssiger Gülle bewusst auf den Begriff „Kataster“ verzichtet hatten, setzte Meyer ihn wieder ein - und suchte sich so als Sieger im Streit mit den Bauern darzustellen. „Herr Meyer zeigt damit dem Parlament die lange Nase“, kritisierte Helmut Dammann-Tamke (CDU). Und Hermann Grupe von der FDP meinte, Meyer werde sich nie zum „Bauernversteher“ entwickeln. Hans-Joachim Janßen von den Grünen meinte, es sei doch egal, wie das Kind heiße. Hauptsache, man habe den Kompromiss. Meyer zeigte sich gütig gegenüber der Opposition, die sogar den Begriff der sanften Agrarwende ablehne. Aber die Überdüngung „positives Phosphorsaldo“ zu nennen, ging dem Minister dann doch zu weit.

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