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Niedersachsen David McAllister und Stephan Weil liefern sich TV-Duell
Nachrichten Politik Niedersachsen David McAllister und Stephan Weil liefern sich TV-Duell
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10:39 09.01.2013
David McAllister (r.) und Stephan Weil werden sich am Donnerstag ein TV-Duell liefern. Quelle: dpa
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Hannover

Wenn am Donnerstagabend im NDR-Messestudio in Hannover um 21 Uhr die roten Lichter angehen, gibt es kein Zurück mehr: Dann stehen sich Ministerpräsident David McAllister und sein Herausforderer Stephan Weil im ersten und einzigen Rededuell vor TV-Kameras Auge in Auge gegenüber. Für die Spitzenkandidaten von CDU und SPD für die Niedersachsen-Wahl am 20. Januar ist es das erste Live-Duell überhaupt. Für die Wähler in Niedersachsen ist es dagegen bereits der vierte Schlagabtausch der Spitzenkandidaten, den sie vom heimischen Sofa aus beobachten können.

Den Anfang machen 1998 Gerhard Schröder (SPD) und sein CDU-Herausforderer Christian Wulff. Fünf Jahre später folgt das nächste TV-Duell, diesmal steht Wulff seinem neuen SPD-Herausforderer Sigmar Gabriel im Scheinwerferlicht gegenüber. Nachdem er sich 1998 Schröder noch beim Urnengang geschlagen geben muss, kann Wulff dieses Mal gewinnen. 2008 folgt das bislang letzte Duell und wie 2003 geht Wulff wieder als Sieger aus der Wahl. SPD-Herausforderer Wolfgang Jüttner kann die Niedersachsen in der 60-minütigen Live-Übertragung nicht vom Wechsel überzeugen.

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Bereits vor dem eigentlichen Live-Termin in dieser Woche hat das TV-Duell für Schlagzeilen gesorgt. Ende Oktober titeln Medien „Streit um TV-Duelle vor Landtagswahl“. Im Gegensatz zu früheren Wahlen will Weil öffentlich gleich vier TV-Duelle. Auf diese Weise - so die Hoffnung, will er seine Popularität im Land ausbauen. Die CDU lehnt ab: „Für Klamauk der Sozialdemokraten stehen wir nicht zur Verfügung“, sagt Generalsekretär Ulf Thiele.

Obwohl der Nutzen der TV-Schlagabtausche für die Politiker bei Medienwissenschaftlern umstritten ist, nehmen Politiker sie ernst. Neben den politischen Inhalten ist das Auftreten und Erscheinungsbild wichtig. Der spätestens seit seiner Amtsübernahme 2010 zunehmend medienerfahrene McAllister wird regelmäßig für Auftritte vor Kameras geschult. Auch Weil wird seit mehr als einem Jahr von Experten für Auftritte vor Fernsehkameras trainiert. Eine Vorbereitung für Gestik und Mimik auf das TV-Duell gebe es aber nicht, heißt es den Wahlkampfzentralen. Der Fokus liege stattdessen auf den Inhalten.

Für den Medienwissenschaftler Wilfried Köpke von der Hochschule Hannover haben TV-Duelle im Kern drei wichtige Punkte. „Für alle Stammwähler geht es um eine Bestätigung ihrer Standpunkte“, sagt Köpke. Einzig bei den politisch interessierten, aber unentschlossenen Zuschauern sei für die Parteien was zu holen. „Nichtwähler werden nicht erreicht.“ Wer am Ende als Sieger aus dem Duell hervorgehe, hänge in erster Linie von der Körpersprache ab. „Gestik und Mimik sind für 50 bis 65 Prozent der Zuschauer entscheidend, 30 Prozent achten auf Sprache und Niveau, auf die reine Information achten nur bis zu 20 Prozent.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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