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Niedersachsen Wachwechsel beim Deutschen Roten Kreuz
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21:58 16.11.2014
Im Beisein von DRK Präsident Rudolf Seiters (l.) gratuliert der ehemalige Präsident des Landesverbandes Niedersachsen Horst Horrmann (r.)dem neuen Präsidenten Hans Hartmann (m.).
Im Beisein von DRK Präsident Rudolf Seiters (l.) gratuliert der ehemalige Präsident des Landesverbandes Niedersachsen Horst Horrmann (r.)dem neuen Präsidenten Hans Hartmann (m.). Quelle: Christian Wyrwa
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Hannover

Die Landesversammlung des DRK wählte am Sonnabend den 62-jährigen Hartmann, einen pensionierten Banker der Nord-LB, zum neuen Präsidenten.

Horrmann, der neun Jahre an der Spitze des Landesverbandes mit seinen 300 000 Mitgliedern stand, wurde mit langem Beifall verabschiedet. Hartmann, der schon lange im DRK-Präsidium mitarbeitet, will die gute Arbeit seines Vorgängers fortsetzen. „Neue Leute sollen keine Bäume ausreißen, nur um zu sehen, ob die Wurzeln noch dran sind“, sagte er.

Als „Helden des Alltags“ würdigte Innenminister Boris Pistorius (SPD) die ehrenamtlichen Helfer des DRK. Ihren hervorragenden Ruf hätten sie sich selbst erarbeitet und immer wieder aufs Neue bestätigt. Auch Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, lobte die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Seiters berichtete vom Engagement der Hilfsorganisation im Kampf gegen die gefährliche Ebola-Seuche. Das DRK schult sämtliche Kandidaten, die aus Deutschland zu Einsätzen nach Liberia oder Sierra Leone geflogen werden. In Sierra Leone stellt das DRK ein Hospital mit 60 Betten zur Verfügung, in Liberia ein weiteres mit 100 Betten. Vor wenigen Tagen sei ein Hilfsflug mit 25 Tonnen Hilfsgütern nach Sierra Leone geflogen.

Sorgen macht sich der DRK-Präsident aber angesichts der noch sehr mäßigen Spendenbereitschaft der Deutschen zur Bekämpfung der Ebola-Seuche. „Wir sind dringend angewiesen auf Spenden“, sagte Seiters im Gespräch mit der HAZ. „Wir haben bisher 700 000 Euro bekommen, das ist nicht viel im Vergleich zu anderen Katastrophen. Es gibt zwar nicht die eindrücklichen Bilder wie bei einem Tsunami, aber es gibt das Leid.“ Ein weiteres Thema, das beim DRK derzeit großgeschrieben wird, ist die Flüchtlingshilfe. Mit allein sieben Wohnheimen in Niedersachsen ist das DRK maßgeblich an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligt.

Seiters wie auch der neue niedersächsische DRK-Vorsitzende Hartmann begrüßten die positive Grundstimmung, auf die Flüchtlinge aus der Region um Syrien stießen. „Es rächt sich allerdings jetzt, dass wir in früheren Jahren angesichts damals sinkender Asylbewerberzahlen Gemeinschaftsunterkünfte abgebaut haben“, sagte Seiters gestern der HAZ.  

Unterkünfte in Gewerbegebieten sollten allerdings tunlichst vermieden werden. Wesentlich mehr müsse nach seiner Meinung für die Beratung und Betreuung der Flüchtlinge getan werden, sagte Seiters. Dafür habe man einen Appell an die Bundeskanzlerin gerichtet.

Von Michael B. Berger

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