Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen IGS-Eltern rügen unfaire Behandlung
Nachrichten Politik Niedersachsen IGS-Eltern rügen unfaire Behandlung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 23.02.2012
Von Saskia Döhner
Unterricht an Gesamtschulen wird vernachlässigt, kritisieren Eltern von IGS-Schülern. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Der Landtag befasst sich am Donnerstag gleich mit vier Petitionen, in denen die „Ungleichbehandlung“ gerügt wird. Ein Petent ist Ulfert Kaufmann aus Oldenburg. Es sei nicht hinnehmbar, dass die im Stadtteil Kreyenbrück vor drei Jahren neu gegründete IGS lediglich ein freiwilliges Ganztagsangebot habe, während die neuen Oberschulen im Kreis teilgebundene Ganztagsschulen seien und an mindestens zwei Nachmittagen in der Woche verpflichtende Angebote vorhielten. „Das ist unfair.“

So sieht das auch Martina Esser von der IGS Schortens im Kreis Friesland: „Wir fordern keine Besserstellung, sondern nur eine Gleichbehandlung“, sagt die Elternvertreterin. Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) rede einerseits von Schulfrieden, andererseits strafe er Schulen ab, die nicht ins ideologische System passten.

Anzeige

Integrierte Gesamtschulen seien vom pädagogischen Konzept her auf einen Ganztagsbetrieb ausgerichtet, sagte SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt. Und viele Eltern, die ihr Kind bei einer neuen IGS anmeldeten, hätten dieses Bild im Kopf. Tatsächlich bekommen alle Schulen, die sich auf den Ganztagsbetrieb umstellen, nur eine Grundversorgung. Diese umfasst 2,5 Lehrerstunden pro Klasse in den Jahrgängen 3 und 4 sowie 5 und 6. „Unterricht kann damit nicht entzerrt werden, und echte Hausaufgabenbetreuung ist auch nicht möglich“, kritisiert Esser. Besser ausgestattet werden lediglich die neuen Oberschulen.

Viele IGS würden trotzdem versuchen, ein gutes Nachmittagsangebot vorzuhalten, sagt Heiligstadt. „Das geht aber nur, indem sich entweder Lehrer oder Eltern selbst ausbeuten oder die Kommunen finanziell einspringen.“ Dies sei in Bovenden bei Göttingen der Fall oder im Kreis Friesland, der nach Angaben des SPD-Politiker Olaf Lies jährlich 20.000 Euro zuschießt. Alle IGS angemessen als Ganztagsschulen auszustatten koste das Land 15 Millionen Euro, sagt Heiligenstadt.