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Niedersachsen Schüler sollen im Unterricht Programmieren lernen
Nachrichten Politik Niedersachsen Schüler sollen im Unterricht Programmieren lernen
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00:15 09.01.2017
Von Heiko Randermann
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, Deutschland habe insgesamt bei der Digitalisierung „noch Luft nach oben“, Niedersachsen stehe im Vergleich der Bundesländer aber sehr gut da.

Vorbild ist Großbritannien, wo Mini-Computer bereits in Grundschulen verwendet werden. Niedersachsen will den Calliope mini einsetzen, der in Deutschland für den Schuleinsatz ab Klasse 3 entwickelt wurde. Der Rechner hat keinen Bildschirm und keine Tastatur, sondern besteht aus einer Platine, auf der ein Prozessor, ein Bewegungssensor, ein Kompass, Lautsprecher und Mikrofon eingebaut sind. Programmiert werden die Geräte über einen PC oder ein Smartphone, der mittels USB mit dem Calliope verbunden wird. Mit den kleinen Rechnern können dann zum Beispiel primitive Roboter oder selbstfahrende Autos darauf programmiert werden, beispielsweise Hindernissen auf ihrem Weg ausweichen zu können.

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„Der Grundgedanke ist, dass man den Computer nach der Schule mit nach Hause nimmt und sich auf eine spielerische Art das Programmieren aneignet“, sagte Weil. Das Land werde nun zunächst einige Modellversuche auflegen, um den Einsatz der Mini-Rechner im Unterricht zu testen. Danach könne dann eine landesweite Umsetzung stehen, sagte Weil. „Ich halte das für ein hoch reizvolles Thema“, so der Ministerpräsident.

Beim Thema Digitalisierung sieht Weil das Land auf gutem Weg: Der Ausbau von Breitbandverbindungen im Land gehe gut voran, bis zum Jahr 2020 soll jeder Haushalt im Land eine Verbindung mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde haben.

Niedersachsen sei dank der Hannover Messe bei der Digitalisierung der Produktion weit vorne, sagte Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen. „Wichtig ist jetzt, dass wir die Rahmenbedingungen weiter fördern.“ So müsse der Breitbandausbau entschiedener vorangetrieben werden, viele Gewerbegebiete seien aktuell noch unterversorgt.

Kritik kam von der Opposition im Landtag. „Die Kabinettsklausur hat eher den Eindruck eines Volkshochschulkurses gemacht, als die Frage beantwortet, was konkret für die Digitalisierung getan werden muss“, sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr. Sein CDU-Amtskollege Björn Thümler äußerte sich „enttäuscht, aber nicht überrascht“ und meinte: „Die Landesregierung müsste längst erkannt haben, dass bei der Digitalisierung die Zeit der Modellvorhaben schon lange vorbei ist.“

Heiko Randermann 05.01.2017
05.01.2017
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