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09:54 19.09.2009
In Hannover ist das Interesse an der Briefwahl groß: Dort wollen mindestens 38.600 Menschen vorher wählen. Quelle: ddp (Archiv)
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Die Gründe für diese Entwicklung sind aus Sicht von Experten unterschiedlich: So gibt es den Trend, immer mehr Dinge bequem daheim vom Computer aus zu erledigen - dazu gehört offenbar auch das Anfordern des Stimmzettels. Allerdings ist auch das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung ein Grund dafür, dass immer mehr Menschen nicht mehr am Wahlsonntag zu den Urnen gehen.

So gaben in Braunschweig bisher über 12 Prozent aller Wähler ihre Stimme per Brief ab. Hermann Klein von der Stadtverwaltung beschreibt die neue Entwicklung so: „Es gibt immer mehr Wahlberechtigte, die lange vor der Wahl und unbeeindruckt vom Medienspektakel über Kandidaten-Duells sehr genau wissen, wen sie wählen wollen. Die nutzen den Service der Briefwahl und verzichten auf den Gang zur Wahlurne am Wahltag.“ Auch aus seiner Sicht ist die neue Möglichkeit, die Wahlzettel per Internet zu bestellen, einer der Hauptgründe für den ungewöhnlichen Run auf die Briefwahl.

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In Osnabrück gaben bisher rund 13.000 Wähler ihre Stimme per Brief ab, sagte Uwe Schmidt vom Wahlamt. Auch dort ist aus Sicht der Verwaltung die große Zahl von Menschen bemerkenswert, die ihre Wahlunterlagen per Internet anforderten - insgesamt bisher 1900.

In Oldenburg wurden bisher rund 13.000 Briefwahlunterlagen ausgestellt, einige gingen per Luftpost auch ins Ausland nach Neuseeland, China oder in die USA.

In Göttingen hatten sich bis Mitte der Woche 12 Prozent der Stimmberechtigten an der Briefwahl beteiligt, etwas mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkt 2005, sagte Verwaltungssprecher Detlef Johansson.

In Hildesheim haben sich bisher knapp zehn Prozent der Wähler für die Briefwahl entschieden. „Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl ist bereits jetzt eine leichte Zunahme zu verzeichnen“, heißt es von Pressesprecher Horst Richter.

Auch in der Landeshauptstadt Hannover ist das Interesse an der Briefwahl groß: Dort wollen mindestens 38.600 Menschen vorher wählen, etwa genauso viel wie beim vergangenen Mal.

Im Briefwahlbüro der Hansestadt Lüneburg kommt bei den Mitarbeitern ebenfalls keine Langeweile auf. Dort wurden bereits 6000 Briefwahlanträge bearbeitet. „Fünf Leute haben damit den ganzen Tag zu tun“, sagte eine Stadtsprecherin. Im Briefwahlbüro stehen zwei Wahlkabinen und eine versiegelte Urne.

In Bremen gaben bisher rund 51.500 Wähler ihre Stimme per Brief ab. Vor vier Jahren waren es gut 3000 weniger.

lni

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