Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Licht aus beim Sex
Nachrichten Politik Niedersachsen Licht aus beim Sex
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 19.11.2014
Von Dirk Schmaler
Öfter mal die Beleuchtung dimmen: Das spart Strom und erspart der Familie so manche peinliche Situation. Quelle: Screenshot
Anzeige
Berlin

Barbara Hendricks hat einen schwierigen Stand. Auch nach knapp einem Jahr im Amt ist die Bundesumweltministerin einer breiteren Öffentlichkeit bisher nicht weiter aufgefallen. Laut einer Umfrage kennen gerade einmal 20 Prozent der Bundesbürger den Namen der SPD-Politikerin. Und auch ihr Hauptanliegen, der Klimaschutz, rangiert auf der politischen Tagesordnung seit geraumer Zeit nur noch auf den hinteren Plätzen.

Mit beidem will sich die Ministerin offenbar nicht länger abfinden. Ihr Haus  hat eine aufsehenerregende Internetkampagne entwickeln lassen, die der Ministerin und dem Klimaschutz gleichermaßen zu neuer Popularität verhelfen könnte. Vor allem ein Werbespot sorgt dabei für Gesprächsstoff: Darin schleicht sich die Tochter abends spät nach Hause und erwischt prompt Mama und Papa im hell erleuchteten Wohnzimmer in verfänglicher Pose mit heruntergelassenen Hosen. Daraufhin schaltet sie das Licht schnell aus. Die Botschaft im Video dazu lautet: „Wenn jeder deutsche Haushalt nur fünf Prozent weniger Strom nutzt, könnten knapp sieben Terawattstunden im Jahr eingespart werden.“

Anzeige

Es dürfte eine Premiere sein, dass ein Ministerium mit einem Pärchen beim Sex im Wohnzimmer wirbt. Doch es scheint zu funktionieren. Den Spot der Agentur Tinkerbelle haben bei dem Internetvideoportal YouTube und auf der Ministeriumsseite bereits mehr als 160.000 Nutzer angeschaut. In einem weiteren Video aus dem Hause Hendricks ist eine Frau zu sehen, die das Fenster zumacht, um nicht zu hören, wie ihr schreiender Mann im Garten von Zombis angegriffen wird. Die Botschaft: Besser kurz stoßlüften, statt das Fenster dauerhaft zu öffnen! Spart Energie, schont das Klima.

Die Macher der Kampagne haben zum Start erklärt, sie wollten junge Menschen für den Klimaschutz begeistern, statt „nur vor den Bekehrten zu predigen“. Die Reaktionen im Netz sind überwiegend positiv. Hendricks wird als „mutig“ gelobt, die Spots sogar als „göttlich“, aber auch als „geschmacklos“. Ob die 1,5-Millionen-Euro-Kampagne dem Klimaschutz tatsächlich hilft, wird sich kaum bemessen lassen. Den Bekanntheitsgrad der Ministerin hat sie jetzt schon gesteigert.

Niedersachsen Unfertiger Entsorgungsplan - Noch mehr Atom-Müll in Salzgitter?
19.11.2014
Heiko Randermann 20.11.2014
Heiko Randermann 17.11.2014