Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Jäger gehen beim Schießtraining ins Kino
Nachrichten Politik Niedersachsen Jäger gehen beim Schießtraining ins Kino
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:18 25.08.2010
Von Klaus von der Brelie
Nur geübte Jäger treffen richtig, wenn eine Rotte Wildschweine im Kino vorbeistürmt.
Nur geübte Jäger treffen richtig, wenn eine Rotte Wildschweine im Kino vorbeistürmt. Quelle: Handout
Anzeige

Celle-Scheuen. Was für Polizisten und Soldaten längst fester Bestandteil der Ausbildung ist, setzt sich jetzt auch bei den Jägern durch: das Schießen in einem Spezialkino. „Gutes und intensives Training ist für die jagdliche Praxis unverzichtbar“, sagt Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft. Diese Woche hat er auf dem Gelände des Schießparks Celler Land in Scheuen bei Celle das vermutlich modernste Schießkino in Norddeutschland offiziell in Betrieb genommen.

Das besondere am Celler Schießkino ist, dass hier bei Tageslichtverhältnissen mit Jagdwaffen aller Kaliber auf die Leinwand geschossen werden kann. Mehr als 30 verschiedene Filme werden gezeigt, mal huschen Wildschweine durch einen Winterwald, mal springt ein Rudel Hirsche über eine sommerliche Lichtung. Alle Filme sind in der freien Natur aufgenommen worden, damit das Übungsschießen der Realität in den Revieren sehr nahe kommt. Alle vier Jahreszeiten sind erkennbar, auch fast alle denkbaren Wetterverhältnisse. „Die Simulation kann nicht besser sein“, sagt Günter Ilper, Vorsitzender der Jägerschaft Celle, die mittlerweile mehr als 1,4 Millionen Euro in ihren Schießpark investiert hat.

Neben den verschiedenen elektronischen Schießbahnen und den Übungsständen für das Flintenschießen auf Wurfscheiben ist das Schießkino die größte Attraktion auf dem 12,5 Hektar großen Gelände. Rund 160 .000 Euro hat das Kino gekostet, das von Rolf Majehrke installiert wurde und betrieben wird.

„Alle Übungseinrichtungen, die wir geschaffen haben, sollen dazu beitragen, dass tierschutzgerecht gejagt wird und Fehlschüsse vermieden werden“, sagt Ilper, wer als Jäger seiner Verantwortung gerecht werden wolle, komme gar nicht daran vorbei, den Umgang mit der Waffe immer wieder zu trainieren. Der Celler Schießpark zeichnet sich auch dadurch aus, dass hier als Ausgleich für den Eingriff in die Landschaft neue Heideflächen, eine Blumenwiese sowie ein üppiges Flachwasserbiotop entstanden sind. Einer der Bunker wurde als Fledermausquartier umgestaltet.

Der Schießpark ist mittwochs von 13 bis 18 Uhr sowie freitags und sonnabends von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Anmeldungen unter Telefon (01 73) 2 43 17 67.