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Niedersachsen Kitagruppen sollen viel kleiner werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Kitagruppen sollen viel kleiner werden
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22:00 10.09.2012
Von Saskia Döhner
Quelle: dpa
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Hannover

Ihre Forderungen: In Krippen sollte ein Erzieher nur für drei Kinder im Alter von null bis anderthalb und für vier Kinder zwischen anderthalb und drei Jahren zuständig sein. In den Kindergärten sollte ein Erzieher nicht mehr als sieben bis acht Drei- bis Sechsjährige betreuen. In der Krippe sollten maximal zwölf Kinder und im Kindergarten 15 Kinder zu einer Gruppe gehören.

Derzeit kümmern sich in der Krippe zwei Mitarbeiter um 15 Kinder, im Kindergarten gibt es zwei Kräfte für sogar 25 Kinder. Für jedes Kind gebe es nur wenige Minuten individuelle Betreuungszeit, kritisiert das „Bündnis für Kinder und Familien“, dem hauptsächlich Erzieher und Kita-Leiter aus der Region Hannover und Göttingen angehören. Vorläufer war vor einigen Jahren das „Bündnis Kinder sind mehr wert“.

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„Kleinere Gruppen sind mehr als überfällig,“ sagt auch Sebastian Böstel, Vorstand im Paritätischen. Der Verband unterstützt die Initiative, wie auch die Arbeiterwohlfahrt oder die Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen. Böstel sagt, auch mehr Männer sollten Erzieher werden: „Die Stadtstaaten gehen da mit gutem Beispiel voran und zeigen, dass es geht.“ In Niedersachsen liege der Anteil der Männer bei den Erziehern im einstelligen Prozentbereich. „Wenn daraus ein zweistelliger Anteil wird, wäre das schon gut.“

Offizieller Auftakt der Unterschriftensammlung ist Dienstag nächste Woche. Sollten innerhalb eines Jahres 70000 stimmberechtigte Niedersachsen den Aufruf unterschrieben haben, muss sich der Landtag mit dem Thema befassen. Bindende Wirkung hat eine Volksinitiative aber nicht. Dafür wäre ein Volksbegehren nötig, für das allerdings zehn Prozent der Wahlberechtigten, also rund 600000 Niedersachsen votieren müssen. Wenn ein Volksbegehren nicht umgesetzt wird, kann daraus sogar ein Volksentscheid werden.

Kleinere Kitagruppen werden schon seit Jahren gefordert, von Eltern, Bildungsexperten und Oppositionsparteien, aber auch von den Erziehern selbst, die sich oft überlastet fühlen. Die Europäische Union empfiehlt, maximal 15 Kinder in einer Gruppe zu haben. Regierungspolitiker verweisen auf die höheren Kosten und den Erziehermangel.

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