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Niedersachsen Kommentar: Besser als nichts
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19:12 31.10.2019
Als Alternative zum konfessionellen Religionsunterricht will Niedersachsen das Fach „Werte und Normen“ einführen. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Die Landesregierung will das Fach „Werte und Normen“ zum regulären Unterrichtsfach an den Grundschulen in Niedersachsen machen. Auch wenn der Vorstoß von SPD-Kultusminister Grant Hendrik Tonne nicht überall auf Begeisterung stoßen dürfte, einen Proteststurm löst er nicht aus. Der Koalitionspartner CDU und die christlichen Kirchen betonten lediglich, dass das Alternativfach nicht zu Lasten des Religionsunterrichts gehen dürfe. Dass daran grundsätzlich nicht gerüttelt werden kann, garantiert das Grundgesetz.

Bedeutung des Religionsunterrichts sinkt

Allerdings, da muss man kein Prophet sein, dürfte die Bedeutung des Religionsunterrichts auch ohne mögliche Eingriffe von kirchenfernen Politikern weiter sinken. Die Tendenz der vergangenen Jahrzehnte ist eindeutig. Wenn die Kirchen im Alltag der Menschen keine so große Rolle mehr spielen, wenn die Mitgliederzahlen kontinuierlich zurückgehen, dann spiegelt sich das auch bei nachwachsenden Generation wieder. Von daher sind die Reformpläne von Tonne folgerichtig und konsequent.

Am Ende ist es auch den Kirchen wahrscheinlich lieber, wenn Schüler überhaupt ein Unterrichtsfach besuchen, in dem sie ethische und religiöse Grundlagen unserer Gesellschaft lernen. Es ist ja nicht so, dass dies in Elternhäusern überall zum Standard gehörte – längst schon unabhängig davon, ob es dort einen Zuwanderungshintergrund gibt oder nicht.

Schüler können sich mit Alltagsthemen auseinandersetzen

Das Fach „Werte und Normen“ hat noch einen anderen Vorteil, den Tonne bei der Vorstellung seiner Pläne deutlich gemacht hat: Schon Grundschüler können sich dabei mit wichtigen Themen aus ihrem Alltag auseinandersetzen, die in den Kernfächern keine große Rolle spielen dürften – wie die Handynutzung, der Umgang mit Medien und Geld oder der Klimaschutz.

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