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Niedersachsen Bald mehr Betreuer in Kinderkrippen
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21:51 13.08.2014
Von Kristian Teetz
Sozialassistenten arbeiten in der Familien-, Heilerziehungs- und Kinderpflege. Ihre Ausbildung dauert zwei Jahre, die von Erziehern vier bis fünf Jahre.
Sozialassistenten arbeiten in der Familien-, Heilerziehungs- und Kinderpflege. Ihre Ausbildung dauert zwei Jahre, die von Erziehern vier bis fünf Jahre. Quelle: dpa
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Hannover

Niedersachsens Krippen können ab dem kommenden Jahr mit zusätzlichen Betreuern rechnen. Wie Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gestern mitteilte, wird das Land schrittweise die sogenannte dritte Kraft finanzieren. Die Landesregierung habe sich bislang vorrangig um den Ausbau der Krippenplätze gekümmert, sagte Heiligenstadt. „Nun werden wir die Qualität verbessern.“ Eine Krippengruppe besteht aus maximal 15 Kindern und wird momentan von zwei Erziehern betreut. Zukünftig können die Träger der Einrichtungen beantragen, eine zusätzliche Kraft einzustellen. Allerdings will die Landesregierung dafür lediglich Sozialassistenten und nicht die besser ausgebildeten Erzieher einsetzen und bezahlen. Kritik daran kommt von Bildungsexperten.

Die Pläne werden stufenweise umgesetzt. Im ersten Jahr rechnet das Kultusministerium damit, dass in 55 bis 60 Prozent der Krippengruppen eine dritte Kraft eingesetzt wird. Dies wird sich sukzessive zu einer 100-prozentigen Betreuung im Jahr 2021 steigern. Auch werden im kommenden Jahr zunächst nur 20 Wochenstunden der zusätzlichen Arbeitnehmer bezahlt. Auch dieses steigert sich Jahr um Jahr auf 40 Stunden im Jahr 2020. Für 2015 rechnet das Kultusministerium zunächst mit Kosten in Höhe von 39 Millionen Euro für die Zusatzbetreuer. Bis 2021 steigt die Summe dann auf 142 Millionen Euro jährlich.

„Mit ihrem Stufenplan verschiebt Ministerin Heiligenstadt die volle Bezahlung der dritten Kraft auf den Sankt-Nimmerleins-Tag“, monierte der bildungspolitische Sprecher der CDU, Kai Seefried, und sprach von einer „rot-grünen Mogelpackung“. Die GEW kritisiert, dass die Landesregierung auf Sozialassistenten statt auf Erzieher setzt. „Diese haben nur eine unvollständige pädagogische Ausbildung“, sagte Gewerkschaftssekretär Rüdiger Heitefaut. „Wir fordern, dass auch die dritte Kraft das Niveau eines Erziehers und damit einer sozialpädagogischen Fachkraft hat.“

Sozialassistenten arbeiten in der Familien-, Heilerziehungs- und Kinderpflege. Ihre Ausbildung dauert zwei Jahre, die von Erziehern vier bis fünf Jahre. „Zwischen den beiden Berufen besteht also ein deutlicher Unterschied in der Ausbildung“, sagte die Bildungsexpertin Prof. Maria-Eleonora Karsten von der Leuphana-Universität Lüneburg. Gerade kleine Kinder bräuchten qualifizierte Hilfe, eine Identität zu entwickeln und die Welt zu entdecken. Dies könnten Erzieher sehr viel besser, betonte die Professorin. Da viele Eltern Wissen nicht mehr vermitteln könnten, sei es wichtig, den öffentlichen Teil von Bildung und Erziehung zu fördern, sagte Karsten. „Dieser muss ein höchstmögliches Niveau haben.“ Wer die frühkindliche Bildung vernachlässige, sorge dafür, dass der Fachkräftemangel weiter zunimmt.

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