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Niedersachsen Land hilft Uni-Kliniken mit 160 Millionen aus
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21:53 21.08.2014
Von Kristian Teetz
In welche Bereiche die MHH die ihr nun zustehenden 80 Millionen Euro investieren wird, ist noch unklar. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhalten in den kommenden vier Jahren zusammen rund 160 Millionen Euro für die Sanierung ihrer Gebäude und Bauvorhaben – zusätzlich zu ihrem Etat. Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) stellte zunächst die detaillierten Pläne für Göttingen vor.

Die Uni-Klinik dort erhält in einem ersten Schritt 15 Millionen Euro für den Bau eines Bettenhauses. Damit erhöhe sich der Landeszuschuss für dieses Projekt auf 135 Millionen Euro, sagte die Ministerin. Dringenden Investitionsbedarf gebe es in der UMG auch bei den Intensivstationen für Kinder und Neugeborene. „Hier sind die Räume eng, die Bewegungsfreiheit zwischen den lebenserhaltenden Geräten ist zu gering“, sagte Heinen-Kljajic. Um Infektionen vorzubeugen, müssten Kinder auf der Intensivstation besser isoliert werden können.

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In welche Bereiche die MHH die ihr nun zustehenden 80 Millionen Euro investieren wird, ist noch unklar. „Die Verhandlungen laufen noch“, sagte Heinen-Kljajic dazu. Fest steht, dass die MHH das Geld gut gebrauchen kann: Ihr Präsident Christopher Baum hatte in einem HAZ-Interview den Investionsstau für die kommenden zehn Jahre auf 500 Millionen Euro taxiert. Zudem musste die Uni-Klinik in den vergangenen drei Jahren jeweils Verluste in zweistelliger Millionenhöhe hinnehmen – das aktuelle Defizit liegt bei rund 30 Millionen Euro.

In die Schlagzeilen war die MHH unter anderem mit dem Vorwurf geraten, dass die Lüftungsanlagen in den OP-Trakten veraltet seien. Die MHH hat jedoch immer wieder betont, dass Patienten nie einem Risiko ausgesetzt gewesen sind. Gleichwohl stünden Sanierungen in Operationssälen genauso wie Brandschutzmaßnahmen ganz oben auf der Liste der notwendigen Sanierungen, sagte MHH-Sprecherin Simone Corpus am Donnerstag.

Die Opposition monierte, dass die Millionenhilfe des Landes nicht in die Krankenhäuser im ländlichen Raum fließt. Die notwendigen Bauvorhaben, die sie den Uni-Kliniken zugestehe, dürfe die Landesregierung den Krankenhäusern auf dem Land nicht versagen, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Reinhold Hilbers. „Die Wissenschaftsministerin übergibt dicke Förderschecks, während die Gesundheitsministerin Krankenhäuser auf dem Land auf die Schließung vorbereitet“, ergänzte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Sylvia Bruns.

Das Sozialministerium wies die Vorwürfe zurück. „Die Summe für die UniKliniken wird nicht von den Krankenhäusern im ländlichen Raum abgezweigt, sondern ist zusätzliches Geld“, sagte eine Sprecherin. Die knapp 190 Krankenhäuser in Niedersachsen erhalten – ohne die Uni-Kliniken – laut Sozialministerium für Investitionen und kleinere Instandsetzungen sowie Geräte in diesem Jahr zusammen rund 231 Millionen Euro.

An den beiden niedersächsischen Universitätskliniken in Göttingen und Hannover sind derzeit rund 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahr belaufen sich die regulären Landeszuschüsse für die MHH auf rund 245 Millionen Euro und für die UMG auf 157 Millionen Euro.

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