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Niedersachsen Land verspricht Aufklärung zu Asse-Krebsfällen
Nachrichten Politik Niedersachsen Land verspricht Aufklärung zu Asse-Krebsfällen
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14:39 27.11.2010
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Einzelne Daten gab es schon länger, doch jetzt fügten sich die Zahlen zu einem aufsehenerregenden Gesamtbild: In der Samtgemeinde Asse ist die Zahl der Leukämieerkrankungen im Zeitraum von 2002 bis 2009 doppelt so hoch wie statistisch zu erwarten. Statt der anzunehmenden acht Fälle gab es unter 10.000 Bewohnern insgesamt 18 Erkrankungen, darunter bei zwölf Männern und sechs Frauen.

Alle Landtagsfraktionen zeigten sich am Freitag bestürzt von den Ergebnissen des niedersächsischen Krebsregisters. Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, zu dessen Wahlkreis das betroffene Gebiet gehört, forderte ein breit angelegtes Untersuchungsprogramm mit Beteiligung des Bundes. Gabriel sagte, die Ergebnisse seien „besorgniserregend“. Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) dringt auf eine „zügige, transparente Aufklärung“ mithilfe des Landkreises Wolfenbüttel. Ministerpräsident David McAllister (CDU) will „in bestmöglicher Weise“ dazu beitragen.

Nach Einschätzung der Nuklearmedizinerin Elke Bruns-Philipps aus dem Landesgesundheitsamt gibt es für den Blutkrebsanstieg bislang keine schlüssige Erklärung. „Wir wissen um die Häufigkeit, können aber noch keine weitergehenden Analysen zu einzelnen Patienten machen.“ Das Sozialministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Betreiber der Asse sehen keinen Zusammenhang der Erkrankungen mit der Atommülldeponie. Aktuell gingen keine Gefahren von dem maroden Lager aus. Das zeigten Überwachungsmessungen über und unter Tage. Aus den Daten sei nicht ersichtlich, ob und falls ja, wie viele Krebsfälle auf Strahlung zurückgingen, betonte Krebsforscher Nikolaus Becker.

Margit Kautenburger und Gunnar Menkens