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Niedersachsen McAllister trifft Indiens Premierminister Singh
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16:45 01.10.2010
Zu Besuch in Indien: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister trifft Indiens Premierminister Manmohan Singh.
Zu Besuch in Indien: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister trifft Indiens Premierminister Manmohan Singh. Quelle: dpa
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Große Ehre für David McAllister: Am vorletzten Tag seiner Indienreise hat sich der niedersächsische CDU-Ministerpräsident mit Indiens Premierminister Manmohan Singh getroffen. „Es ist eine außergewöhnliche Auszeichnung, dass er mich empfangen hat“, freut sich der CDU-Politiker am Freitag im Anschluss an die Unterredung auf Singh’s streng bewachtem Amtssitz inmitten der 16-Millionenmetropole Neu Delhi. Der Termin bei dem 78-Jährigen ist der politischer Höhepunkt von McAllisters einwöchiger Indienreise.

„Das Treffen zeigt, dass es Niedersachsen und Indien wichtig ist, dass die gemeinsame Beziehung langfristig, nachhaltig und dauerhaft ist“, betonte McAllister. Außerdem habe er Singh von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegrüßt. Das Verhältnis zwischen Indien und Deutschland sei generell von besonderer Qualität. So werde etwa Außenminister Guido Westerwelle (FDP) im kommenden Monat für drei Tage nach Indien reisen. Im Gegenzug will Singh im Dezember nach dem EU/Indien-Gipfel in Brüssel Deutschland besuchen.

Sing und McAllister seien sich von Beginn des rund 30-minütigen Gesprächs einig gewesen, sich gegenseitig bei ihren Bewerbungen für einen Platz im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen, erklärt Botschafter Thomas Matussek. Darüber hinaus, fügt McAllister hinzu, hätten sich beide über die am Sonntag beginnenden Commonwealth Games und das von einem indischen Gericht gefällte Urteil zum jahrelangen Streit zwischen Moslems und Hindus ausgetauscht. Am Donnerstag hatten die Richter entschieden, dass sich die Anhänger beider Religionen ein seit 1992 umkämpftes Stück Land künftig teilen sollen.

„Premierminister Singh hat auch dafür geworben, dass neben den bereits in Indien aktiven großen Unternehmen auch kleinere und mittlere Firmen nach Indien kommen“, sagte McAllister, noch sichtlich begeistert von dem Treffen. Die Inder würden deutsche Firmen sehr wegen ihrer Präzision schätzen, zudem könnte die deutsche Wirtschaft so einen wichtigen Beitrag zum indischen Fortschritt leisten.

Empfänge von deutschen Landespolitikern bei Singh sind äußerst selten. Das Treffen belegt den hohen Stellenwert, den das Bundesland Niedersachsen unter anderem wegen des wirtschaftlichen Engagements von VW in Indien genießt. Im Oktober 2008 hatte sich Singh auch mit McAllisters Vorgänger in der niedersächsischen Staatskanzlei, Bundespräsident Christian Wulff, bei dessen Indienreise getroffen.

Bereits am Morgen hatte McAllister die Moschee Jama Masjid in der Altstadt von Delhi besucht. Vor weniger als zwei Wochen war ein Fernsehteam aus Taiwan vor der Moschee von zwei Männern beschossen und verletzt worden. Bei seinem Rundgang am Freitag wurde er vom Iman der Freitagsmoschee, Syed Ahmed Bukhari, begleitet. Anschließend sprachen beide über die Situation der Moslems in Indien.

Zudem berichtete McAllister Bukhhari, dass in Niedersachsen mit Aygül Özkan erstmals eine Muslimin in eine Landesregierung berufen wurde. Christian Wulff hatte die CDU-Politikerin Özkan im April aus Hamburg in sein Kabinett geholt.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit findet am Abend in der Deutschen Botschaft ein großer Empfang statt, zu dem rund 2000 Gäste erwartet werden. McAllister wollt dort ein Grußwort sprechen. Darüber hinaus ist die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Indian Institut of Technology Delhi (IITD) und der Universität Oldenburg geplant.

dpa