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Niedersachsen Opfer von Straftaten bekommen mehr Rechte
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00:15 26.02.2017
Von Heiko Randermann
Bereits nach einem Teil der Haft kann es Lockerungen geben. Opfer sollen darüber besser informiert werden. Foto: dpa Quelle: dpa
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Hannover

Neben den Rechten, die den Opfern eingeräumt werden, soll das Hilfsangebot auch durch mehr Sozialarbeiterstellen erhöht werden. Deshalb wird die Zahl der hauptamtlichen Opferhelfer in Niedersachsen aufgestockt. „Die meisten Menschen wissen wenig über den Haftverlauf“, sagte Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne). Vielen sei daher nicht klar, dass etwa bei einer vierjährigen Haftstrafe bereits nach zwei oder drei Jahren Freigänge und Lockerungen, schließlich sogar der offene Vollzug anstehen können.

Diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass ein Häftling sich resozialisiert. Beim Opfer seiner Straftat kann es aber zu einem großen Schock führen, wenn es seinen Peiniger unverhofft auf der Straße trifft. Durch die Mitteilung über die Haftlockerungen soll das Opfer sich auf eine solche Situation vorbereiten können. Die Opferorganisation „Weißer Ring“ lobte den Schritt: „Wir begrüßen es, wenn dieser Weg deutlich verkürzt wird“, sagte Vize-Landeschef Peter-Jürgen Seeler. Die bisherige Informationsweg über die Staatsanwaltschaften sei sehr aufwendig gewesen.

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Beratung und Begleitung

Lange Zeit habe in der Justiz nur die Rolle des Täters im Fokus gestanden, sagte die Justizministerin. Das Opfer sei dabei vor allem Zeuge gewesen. Doch das greife zu kurz: „Wenn ein Mensch Opfer einer Straftat wird, dann ist das traumatisierend. Das verändert auf einen Schlag die Welt“, sagte Niewisch-Lennartz. Bereits vor 15 Jahren habe das Land daher die Stiftung Opferhilfe gegründet. Landesweit sind an elf Standorten jeweils zwei hauptamtliche Sozialarbeiter für Beratung und Betreuung da. Und das Angebot wird ausgebaut - aktuell werden neun weitere Sozialarbeiter gesucht. Im Internet ist die Stiftung unter www.opferschutz-niedersachsen.de zu finden.

Die Beratungsstellen sollen den Verbrechensopfern auch finanzielle Hilfe bieten. Auch wer sich nicht sicher ist, ob sein Fall etwas für Polizei und Justiz ist, kann Unterstützung bekommen. „Er muss nur glaubhaft machen, dass er Opfer einer Straftat geworden ist“, sagte Horst Freels, Direktor des Amtsgerichts Oldenburg.

Auch finanzielle Hilfe sei bei der Stiftung zu haben, so Freels. Wenn etwa eine Frau Angst vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann habe, weil dieser einen Schlüssel zur Wohnung besitze, dann könne bei sozialer Notlage die Stiftung den Austausch des Türschlosses bezahlen. Zudem begleiten die Betreuer Opfer während des Verfahrens und helfen bei der Verarbeitung. „Ich kann Dinge nicht ungeschehen machen. Aber ich kann helfen, sie besser einzuordnen“, sagte Opferhelfer Michael Berg.