Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsen plant Neustart für Integration von Kindern
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen plant Neustart für Integration von Kindern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:06 05.10.2010
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sieht Bildung als Schlüssel für Integration.
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sieht Bildung als Schlüssel für Integration. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte für Ende Oktober einen „Bildungsgipfel“ an, der unter anderem eine engere Vernetzung der Anstrengungen des Landes mit der kommunalen Jugendsozialarbeit bewirken soll.

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) sagte am Dienstag, in der Integrationsdebatte sei es jetzt Zeit, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. „Die Thesen von Thilo Sarrazin haben für die Kommunen keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht“, sagte Weil in einem Gespräch mit der HAZ. „Dasselbe gilt für die sicherlich gute Rede von Bundespräsident Christian Wulff.“

Der Schlüssel zur Integration von Einwanderern bleibe die Bildung, betonte Weil. Darin seien sich die Spitzen der Kommunen über alle Parteigrenzen hinweg einig.

Ein Bildungsgipfel, wie ihn die niedersächsische Landesregierung vorgeschlagen hat, kann nach Auffassung von Weil nur dann Erfolg haben, wenn folgende Punkte berücksichtigt würden:

- Die Kommunen sollten nicht nur mit am Tisch sitzen, sondern das weitere Vorgehen mit beeinflussen dürfen.

- Die Mittel für Lehrer, Sozialarbeiter und Schulpsychologen sollten nicht gekürzt, sondern erhöht werden.

- Das Land solle zusätzliches Geld bereitstellen, um Ganztagsunterricht schon in der Grundschule zu förden.

Weil appellierte an die CDU/FDP-Regierung im Land, die Einrichtung zusätzlicher Gesamtschulen zu erleichtern. Die Gesamtschule sei unbestritten ein Erfolgsmodell, gerade mit Blick auf die Integration von schwächeren Schülern.

Ausdrücklich forderte Weil, die Wirtschaft beim Bildungsgipfel mit ins Boot zu nehmen. Auch Unternehmen sollten einen Beitrag leisten, zumal sie auf gut ausgebildete Kräfte angewiesen seien und zu Recht über die Bildungsmisere klagten. Weil räumte ein, dass zusätzliche Anstrengungen des Staates angesichts der zurückliegenden Wirtschafts- und Finanzkrise schwer zu finanzieren seien. Wenn Bildung als zentrales Thema erkannt sei, müsse dies aber auch Konsequenzen in der Finanzpolitik haben.

Die Landesregierung will in wenigen Wochen Kommunalverbände und Bildungsorganisationen zu einem Gipfel über die Schule der Zukunft einladen. Ministerpräsident David McAllister (CDU) kündigte an, CDU und FDP würden auf sogenannten kleinen Parteitagen Mitte November zügig über die Vorschläge beraten. Bis Ende des Jahres werde ein gemeinsames Konzept vorliegen.

Volker Goebel und Saskia Döhner