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Niedersachsen Meyer plant neue Kennzeichnung für Fleisch
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00:18 09.01.2015
Von Kristian Teetz
Foto: Verbraucherschutzminister Christian Meyer plant eine neue Kennzeichnung für Fleisch.
Verbraucherschutzminister Christian Meyer plant eine neue Kennzeichnung für Fleisch. Quelle: dpa
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Hannover

Meyer, der in diesem Jahr der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) der Länder vorsitzt, forderte am Dienstag eine staatliche Tierschutzkennzeichnung bei Fleischprodukten. Dabei orientiert er sich an der erprobten Praxis bei Eiern, bei denen mithilfe der aufgedruckten Ziffern 0, 1, 2 und 3 erkennbar ist, ob die Legehennen etwa in ökologischer oder konventioneller Landwirtschaft gehalten werden.

„Wir wollen auch beim Fleisch für den Verbraucher erkennbar machen, wie es produziert wurde“, betonte Meyer. Eine „3“ auf der Verpackung könnte für das gesetzliche Minimum der Tierhaltung stehen, eine „2“ für großzügigere Ställe, eine „1“ für Freilandhaltung von Schweinen, Rindern und Geflügel und eine „0“ für biologische Haltung. Über Ziel und Vorgehen einer solchen Regelung debattiert bereits eine Arbeitsgruppe der Länder, die aus der Agrarministerkonferenz im vergangenen Jahr hervorgegangen ist. Ziel sei dann zunächst eine Einigung zwischen Bund und Ländern, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. „Fernziel ist aber eine EU-weite Regelung.“ Das Thema soll auch bei der diesjährigen VSMK Anfang Mai in Osnabrück auf der Tagesordnung stehen.

Förderung von nachhaltiger Fleicherzeugung

Der Minister sieht in einer Neuregelung auch „eine riesige Chance für Niedersachsens Landwirte“. Mehr Tierschutz koste Geld und müsse sich für die Landwirte auch finanziell lohnen. Das Landvolk steht dem Vorschlag allerdings abwartend gegenüber. „Wir wollen erst einmal prüfen, ob und wie sich die ,Initiative Tierwohl’ am Markt durchsetzt“, sagte Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie. Mit dieser Initiative wollen Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel gemeinsam eine tiergerechte und nachhaltige Fleischerzeugung fördern. Im Rahmen dessen sollen Landwirte einen finanziellen Ausgleich für höhere Kosten bei tiergerechter Haltung bekommen, betonte von der Brelie. Allerdings sei bei der „Initiative Tierwohl“ die Art der Tierhaltung für den Konsumenten nicht erkennbar.

Meyer will den diesjährigen Vorsitz in der VSMK nach eigener Aussage nutzen, um „den Verbraucherschutz auch bundesweit zu stärken“. Neben der Kennzeichnung bei Fleischprodukten forderte der Grünen-Politiker auch beim „geplanten Verschleiß von Produkten“ Neuregelungen. Immer wieder gebe es Anzeichen, dass in Produkten wie Staubsaugern, Computern, aber auch künstlichen Gelenken absichtlich morsche und kürzer haltbare Einzelteile eingebaut werden, um die Lebensdauer der Gegenstände zu minimieren, sagte Meyer. Wenn sich ein solcher Verdacht bestätige, solle dies wie in Frankreich als Betrug gewertet werden, forderte der Minister.

Zwei Biohöfe gesperrt

Verseuchtes Tierfutter: Nach der Sperrung zweier Bio-Legehennenbetriebe untersuchen die Behörden nun Proben des Futters. Mit einem Ergebnis sei nicht vor Ende der Woche zu rechnen, sagte am Dienstag ein Sprecher des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Am Montag war bekannt geworden, dass die Betriebe mit Futter beliefert worden waren, in dem Pflanzenschutzmittel enthalten ist. Die beiden Höfe befinden sich in der Grafschaft Bentheim. Die Eier der Betriebe dürften nun sechs Wochen lang nicht als Bioprodukte vermarktet werden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Bereits vor Weihnachten waren in Niedersachsen 18 Betriebe wegen kontaminierten Futters für eine Biovermarktung gesperrt worden. Untersuchungsergebnisse ergaben jedoch, dass es in den Eiern keinerlei Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gab. „Wir gehen auch dieses Mal davon aus, dass keine Gefahr für die Verbraucher besteht“, sagte der Sprecher weiter. Wie im Dezember soll das kontaminierte Futter nach Ministeriums-Angaben aus der Ukraine stammen.

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