Niedersächsischer Landtag: Provisorischer Plenarsaal kostet 3,5 Millionen Euro
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Niedersachsen Provisorischer Plenarsaal kostet 3,5 Millionen
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10:49 06.06.2013
Das Forum des Niedersächsischen Landtags soll während des Umbaus als Übergangslösung dienen. Quelle: dpa
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Hannover

Der Umbau des provisorischen Plenarsaals für den niedersächsischen Landtag wird mit Kosten von rund 3,5 Millionen Euro deutlich teurer als bislang geschätzt. „Ich gebe zu, dass ich auch schlucken musste, als ich die neue Zahl gehört habe", sagte Landtagspräsident Bernd Busemann in Hannover. Ursache sei die zu grobe „Daumen-Planung" der Bauexperten des Landtags gewesen.

2009 hatten diese die Umbaukosten des sogenannten Forums im wenige hundert Meter vom Landtag entfernten Georg-von-Cölln-Haus auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. Dort soll der Landtag während der Bauarbeiten untergebracht werden. In dem 1914 errichteten Gebäude in der Nähe der Marktkirche in Hannovers Altstadt war lange Zeit ein Eisenwarenhandel beheimatet. Weitere Preissteigerungen werde er nicht akzeptieren, betonte Busemann. "Ich will keine weiteren Mätzchen bei den Kosten oder dem Zeitplan mehr erleben."

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Um den maroden Plenarsaal im Leineschloss wie geplant deutlich vor der Landtagswahl 2017/2018 fertigstellen zu können, müsse spätestens in diesem Sommer mit dem Umbau des provisorischen Saals begonnen werden, betonte Busemann. Zu den größten Kostenfaktoren zählten die Erneuerung des Aufzugs in der Portikushalle, die mit 575 000 Euro zu Buche schlage. Darüber hinaus würden für Tischlerarbeiten an den fest eingebauten Tischen der Abgeordneten 130 000 Euro erwartet, für Baumaßnahmen am Fußboden 270 000 Euro, Mikrofonanlage, Medientechnik und Akustik rund 540 000 Euro. Der Plenarsaal selbst soll ab Sommer 2014 saniert werden. Nur so könne er im Frühling 2017, also deutlich vor der Landtagswahl 2017/2018, fertigstellen werden, betonte Busemann. Darüber hinaus sollen alle 137 Abgeordneten wegen der beengten Raumverhältnisse und im Hinblick auf weniger Papierverbrauch mit Tablett-Computern ausgestattet werden. Die Kosten hierfür seien aber nicht Teil des Umbau- und Sanierungsbudgets.

Wegen zahlreicher baulicher Mängel hatten die Fraktionen des Landtags lange Zeit auch über einen Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Anbaus diskutiert. Bereits 2010 hatte die Mehrheit der Abgeordneten für einen Neubau gestimmt, aber nur maximal 45 Millionen Euro dafür bewilligt. Nachdem die Umsetzung des Siegerentwurfs aus der Feder des Kölner Architekten Eun Youn Yi deutlich teurer geworden wäre, hatten sich die Verantwortlichen für eine Sanierung ausgesprochen. Seit 2008 wurden rund 24 Millionen Euro in die Sanierung des Landtags investiert.

lni

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