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Niedersachsen Peta: Landkreis hat bei amputierten Hühnern gelogen
Nachrichten Politik Niedersachsen Peta: Landkreis hat bei amputierten Hühnern gelogen
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18:03 22.02.2011
Die Verwaltung des Hühnerzuchtbetriebes Lohmann Tierzucht (LTZ)
Die Verwaltung des Hühnerzuchtbetriebes Lohmann Tierzucht (LTZ) Quelle: dpa (Archiv)
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Aus Sicht der Tierrechtsorganisation Peta hat der Landkreis Cuxhaven in der Debatte um mögliche Tierquälereien beim Cuxhavener Hühnerzüchter Lohmann (LTZ) gelogen. Der zuständige Kreisveterinär hatte gegenüber dem Landesamt für Verbraucherschutz (Laves) erklärt, ein Gutachten von der niederländischen Universität Wageningen verhindere ein Verbot des Kürzens von Kämmen und Zehen bei Hühnern. Peta widersprach dem vehement: „Weder in den Akten des Veterinäramtes Cuxhaven noch in den umfangreichen Akten der Staatsanwaltschaft liegt dieses „erfundene“ Gutachten vor“, teilte die Organisation am Dienstag mit.

Der Landkreis Cuxhaven wies die Vorwürfe nicht minder entschieden zurück. „Das rund 25-seitige Gutachten liegt sehr wohl bei uns vor“, sagte Günter Jochimsen, zuständiger Dezernent für die Kreisveterinäre. Es habe den Titel „Rapport Nr. 17“ und sei im Oktober 2006 veröffentlicht worden. Aus Sicht der Uni Wageningen sind die Amputationen tierschutzkonform, weil sie helfen, den Kannibalismus unter den Hühnern zu vermeiden.

Im Gegensatz zu dem besagten Gutachten aus Wageningen war das Laves in einer eigenen Expertise aus dem September 2008 zu dem Schluss gekommen, dass das Abtrennen von Kämmen und Zehen bei Zuchtküken als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gewertet werden muss. Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU) hatte die Vorgehensweise der Veterinäre daraufhin in der vergangenen Woche im Landtag ebenfalls kritisiert.

Vor rund zwei Wochen war bekanntgeworden, dass bei LTZ jahrelang Hühner gequält worden sein sollen. Peta hatte bereits am 13. März 2008 bei der Staatsanwaltschaft Bremen Anzeige erstattet. Zwei Geschäftsführer des Cuxhavener Betriebs, der sich selbst als Weltmarktführer einstuft, müssen sich vom 2. März an vor Gericht verantworten. Mitarbeiter sollen zur Optimierung des Zuchtprozesses massenweise Kämme und Zehen von Hühnerküken amputiert haben.

dpa