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19:48 29.04.2019
Mehrere Bundesländer fordern ein bundesweites Rauchverbot in Autos. Quelle: dpa-tmn
Hannover

Niedersachsen plant gemeinsam mit anderen Bundesländern einen neuen Vorstoß für ein Rauchverbot in Autos, um mitfahrende Kinder und Schwangere vor den Gefahren des Tabakqualms zu schützen. „Kinder dürfen nicht zu Passivrauchern werden“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) der HAZ. „Sie können sich dem schädlichen Qualm nicht entziehen.“ Die Gefahr gesundheitlicher Schäden sei bei Kindern sehr hoch, sagte Reimann. „Deshalb sollte kein Erwachsener in einem Fahrzeug rauchen, in dem auch Kinder sitzen.“

Auch Bremens Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) betonte, dass Passivrauchen eine Gefahr für Kinder und Schwangere sei. Gerade in kleinen Räumen komme es schnell zu erheblichen Belastungen. „Es ist meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt, dass Erwachsene da Rücksicht nehmen“, sagte sie dem „Weser-Kurier“.

„Wie in einer Raucherkneipe“

Auch die niedersächsische Ärztekammer unterstützt den Vorstoß. „Ich bin strikt gegen das Rauchen in geschlossenen Autos, wenn dort Kinder und Schwangere sitzen“, sagte die Präsidentin der Ärztekammer, Martina Wenker, der HAZ. Insbesondere in geschlossenen Räumen sei die Konzentration der Schadstoffe „wahnsinnig hoch“. Sie begrüße deshalb die Initiative für ein Verbot, betonte Wenker.

Bereits im vergangenen Herbst hatten die Gesundheitsminister sich für ein Rauchverbot in Autos eingesetzt und dabei Unterstützung von der Bundesärztekammer bekommen. Der Bund hat aber bisher keine entsprechenden Schritte eingeleitet. Die Länder wollen deshalb die Bundesregierung erneut bitten, ein bundesweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen mit Minderjährigen und Schwangeren einzuführen. Tabakrauch sei ein komplexes Gemisch aus zahlreichen giftigen und krebserregenden Stoffen, heißt es in der Begründung. Kinder und Jugendliche seien besonders durch das Passivrauchen gefährdet und können sich dem in der Regel nicht selbstständig entziehen.

So läuft es in anderen Ländern

Wer am Steuer raucht, muss zahlen: Worüber in Deutschland noch diskutiert wird, ist in anderen Ländern längst Normalität.

In Großbritannien darf nicht geraucht werden, wenn Jugendliche unter 18 Jahren mitfahren. Ansonsten droht laut ADAC ein Bußgeld von 50 bis 100 Pfund.

In Frankreich gilt ebenfalls ein Rauchverbot, wenn Minderjährige an Bord sind, andernfalls werden 68 Euro Strafe fällig.

In Italien darf nicht geraucht werden, wenn Kinder oder Schwangere im Auto sitzen. Wer trotzdem qualmt und erwischt wird, zahlt 500 bis 5000 Euro, wenn Kinder bis zwölf Jahre mitfahren. Bei Jugendlichen bis zu 17 Jahre werden 250 bis 2500 Euro fällig.

In Österreich zahlen Raucher bis zu 100 Euro, wenn sie Minderjährige im Auto haben, im Wiederholungsfall bis zu 1000 Euro.

In Griechenland liegt das Bußgeld bei bis zu 1500 Euro fürs Rauchen, wenn Kinder bis zwölf Jahre mitfahren.

Auch in den USA gibt es Rauchverbote für Autofahrer mit Kindern an Bord – dort sind die Gesetze aber je nach Bundesland unterschiedlich. Ähnlich sieht es in Kanada aus.

Nach Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums werden bei Kindern eine ganze Reihe von gesundheitlichen Folgen durch das Passivrauchen beobachtet – etwa eine Schädigung der sich entwickelnden Lunge, Atemwegsbeschwerden und Atemwegserkrankungen, beeinträchtigte Lungenfunktion und Mittelohrentzündungen. Bei Säuglingen steige das Risiko des plötzlichen Kindstods. Bereits beim Rauchen einer Zigarette steige die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren rapide an und erreiche selbst bei geöffnetem Fenster „Werte wie in einer Raucherkneipe“.

Länder sehen Bund in der Pflicht

Auch Neugeborene, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben oder Tabakrauch ausgesetzt waren, zeigen demnach deutliche Folgen. Sie verzeichneten ein deutlich geringeres Geburtsgewicht und Längenwachstum sowie eine verminderte Lungenfunktion, die sich potenziell über das ganze Leben negativ auswirken könne. Daher sei es wichtig, neben Kindern und Jugendlichen auch ungeborenes Leben vor den Schäden des Passivrauchens zu schützen, heißt es.

Die Länder sehen den Bund in der Pflicht, weil sich ein Rauchverbot in Autos nicht auf eine von den Ländern zu verantwortende Einrichtung beziehe – anders als die Nichtraucherschutzgesetze der Länder, die etwa Rauchverbote in Gaststätten regeln. Eine Möglichkeit wäre demnach, ein Rauchverbot – ähnlich wie das Handyverbot im Auto – in die Straßenverkehrsordnung zu integrieren.

Von Marco Seng

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