Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Schüler sollen selbst wählen: G8 oder G9
Nachrichten Politik Niedersachsen Schüler sollen selbst wählen: G8 oder G9
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:42 17.09.2013
Von Saskia Döhner
FDP-Bildungsexperte Björn Försterling will Schüler selbst über ihre Abiturdauer entscheiden lassen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die FDP will Schüler selbst entscheiden lassen, ob sie am Gymnasium ihr Abitur in acht oder neun Jahren machen. Fraktionsvorsitzender Christian Dürr und Schulexperte Björn Försterling haben gestern in Hannover einen entsprechenden Kompromissvorschlag vorgestellt. Er sieht eine deutliche Entlastung der Schüler in der Sekundarstufe I vor. Fünft- bis Neuntklässler sollten danach nicht mehr als 30 Stunden Pflichtunterricht in der Woche haben, also nicht mehr als sechs Stunden täglich. In Klasse zehn sollen es 31 Stunden Unterricht in der Woche sein. Danach könnten die Jugendlichen sofort in die Oberstufe einsteigen und nach insgesamt zwölf Jahren ihre Abschlussprüfung ablegen oder sie lassen sich ein Jahr länger Zeit. Möglich wäre auch, ein Auslandsjahr einzuschieben.

Nach Ansicht von Försterling zögert Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) seit Monaten eine Entscheidung für oder gegen G 8 bewusst hinaus, in dem sie Experten „in immer neuen Kaffeerunden diskutieren“ lasse. Der Kompromissvorschlag der Liberalen ließe sich schon zum nächsten Schuljahr umsetzen, sagte Dürr.

Unterdessen wehrt sich der Arbeitgeberverband Chemie Nord gegen den Eindruck, dass die Wirtschaft von G 8 abrückt. Hauptgeschäftsführer Jochen Wilkens, sagte gegenüber der HAZ, sein Verband stehe nach wie vor zur Verkürzung der Schulzeit. Denn am Hauptgrund, weswegen die Unternehmen seinerzeit G 8 gefordert hätten, habe sich nichts geändert. „Fachkräftemangel haben wir immer noch.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Jugendlichen früher auf den Arbeitsmarkt kämen.

Allerdings müssten die Lehrpläne schnell entrümpelt werden. Vieles, was vermittelt werde, sei nicht mehr zeitgemäß. Volker Schmidt von NiedersachsenMetall, der das Turbo-Abitur für gescheitert hält, lobte das FDP-Modell. SPD-Bildungsexperte Claus-Peter Poppe nannte es „eine Rolle rückwärts“. Es sei eine „Unverschämtheit“, die Dialogforen des Ministeriums als „Kaffeekränzchen“ zu diffamieren. Die FDP habe zu eigenen Regierungszeiten kritiklos G 8 abgenickt.

Klaus Wallbaum 20.09.2013
Niedersachsen Ärger um Schröder-Köpf und Kirci - Scharfe Kritik an Plan für die Staatskanzlei
Klaus Wallbaum 17.09.2013
Klaus Wallbaum 18.09.2013