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Niedersachsen Weil und die Weihnachtsmarkt-Posse
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22:23 08.01.2015
Von Heiko Randermann
Zwischen Glühwein und Maronen: Stephan Weil (rechts, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2013) liebt Weihnachtsmärkte. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Der Mittwoch war ein langer Arbeitstag für Ministerpräsident Stephan Weil, aber irgendwann war er geschafft – und Weil saß in seinem heimischen Wohnzimmer in Hannover-Kirchrode und sah fern. Doch die abendliche Ruhe im Hause Weil war schnell wieder vorbei, als das „Heute-Journal“ einen Bericht von der CSU-Klausur im bayerischen Wildbad Kreuth brachte. Denn plötzlich sah sich Niedersachsens Regierungschef mit dem ungeheuerlichen Vorwurf konfrontiert, er sei mitverantwortlich für die Pegida-Demonstrationen. Warum? Na, schließlich habe er doch die Weihnachtsmärkte abschaffen wollen. Bitte, was?

Friedrich greift Weil an

Ausgesprochen hatte diese Behauptung der ehemalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Die Verunsicherung der Menschen, die Gefährdung der Identität werde doch nicht durch Moslems oder Flüchtlinge verursacht, erzählte Friedrich den anwesenden Kameras und Mikrofonen. „Daran sind wir selbst schuld. Wenn ein niedersächsischer Ministerpräsident die Abschaffung der Weihnachtsmärkte fordert, (...) dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn viele Leute unruhig und auch verunsichert werden.“

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Weil konnte offenbar im ersten Moment nicht ganz glauben, was er da hörte, und das kommt auch in dem Brief zum Ausdruck, den er am Donnerstag an Friedrich schickte und auch per Twitter veröffentlichte. „Meinen Sie etwa mich?“ fragt Weil den ehemaligen Bundesinnenminister. Und worauf stütze sich denn bitte diese Behauptung? „Oder meinen Sie Herrn McAllister, Herrn Wulff oder einen meiner weiteren Vorgänger?“ Aber er könne sich nicht erinnern, dass irgendjemand der genannten Personen jemals gefordert habe, die Weihnachtsmärkte abzuschaffen.

„Bekennender Anhänger von Weihnachtsmärkten

Kurzum: Friedrich möge doch bitte umgehend geraderücken, was er behauptet habe, und sich entschuldigen. „Ich selbst bin bekennender Anhänger von Weihnachtsmärkten, samt Glühwein, heißen Maronen und Weihnachtsmusik. Ich lege schon deswegen Wert darauf, dass der von Ihnen unbegreiflicherweise gegenüber einigen Millionen Fernsehzuschauern erweckte Eindruck richtiggestellt wird.“

Und auch, wenn Weil am Donnerstag Friedrichs Aussagen auf Twitter als „reinen Quatsch“ bezeichnete, sandte er doch auch ein versöhnliches Signal an den Ex-Minister: Man könne das Thema ja gerne nochmal diskutieren. Zum Beispiel am Ende des Jahres, auf einem niedersächsischen Weihnachtsmarkt.

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