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Niedersachsen Streit um Niedersachsens Blockade einer Salz-Pipeline
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17:18 03.03.2010
Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP)
Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Im Streit über den Bau einer Salzabwasser-Pipeline zur Nordsee fordern die niedersächsischen Landtagsgrünen ein Ende der Blockade von Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Er lehnt eine Fernleitung zur Entsorgung des Abwassers ab, ebenso der Düngemittelhersteller K+S in Kassel, aus dessen Werken die Salzlauge kommt.

Die Grünen warfen Sander am Mittwoch in Hannover vor, er wolle das Unternehmen eher vor den hohen Kosten einer Pipeline als die Flüsse vor Versalzung schützen. Eine Lösung lasse sich aber nur gemeinsam mit den Nachbarländern erzielen, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel. Niedersachsen und Hessen liegen aber seit langem im Clinch. Der Thüringer Landtag hatte im Februar klar für eine Salz-Pipeline votiert. In Hessen scheint die politische Entscheidung noch offen zu sein.

Der Runde Tisch, in dem K+S, zahlreiche Verbände und politische Vertreter der Bundesländer sitzen, hatte nach zahlreichen Gutachten den Bau der Fernleitung empfohlen. Bis Ende 2010 solle K+S ein Konzept vorlegen. Die Pipeline soll rund 500 Millionen Euro kosten.

Der wissenschaftlich-fachliche Leiter beim Runden Tisch, Dietrich Borchardt, erklärte am Mittwoch bei der Pressekonferenz mit der Grünen-Fraktion, eine solche Pipeline - mit einem Durchmesser von einem dreiviertel Meter - würde über eine Strecke von rund 400 Kilometern durch Niedersachsen unterirdisch verlegt. Jedes Jahr fallen bei der Kali-Förderung von K+S 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge an.

Zunächst aber soll K+S die anfallende Abwassermenge um die Hälfte verringern. Der Runde Tisch forderte, die Technik dazu solle bis spätestens 2015 in Betrieb sein. K+S will dafür rund 360 Millionen Euro aufbringen. Mehr sei wirtschaftlich nicht vertretbar, hatte das Unternehmen im Februar gesagt.

Umweltforscher Borchardt sagte, „eine Pipeline gibt es ja schon“, das seien nämlich Werra und Weser. Denn bislang wird Salzabwasser per Lastwagen zu den Flüssen transportiert. Ein Teil wird auch in den Untergrund im Werratal versenkt, so dass sich aber Risiken für das Grund- und Trinkwasser ergeben können. Mit einer Pipeline lasse sich die Umweltbelastung auch besser kontrollieren als mit einer Entsorgung über die Flüsse, sagte Borchardt.

Die Grünen warfen Sander zudem vor, mit seiner Zustimmung landeten über die Flüsse bislang mehr als 100 Millionen Kubikmeter Abwasser in der Nordsee. Der Umweltminister hatte aber K+S wiederholt dazu aufgerufen, technische Lösungen zu suchen, um die Entstehung von Laugen zu verringern.

lni