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Niedersachsen Transrapid-Teststrecke bleibt bis Ende 2010
Nachrichten Politik Niedersachsen Transrapid-Teststrecke bleibt bis Ende 2010
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16:18 05.03.2010
Ein Transrapid-Waggon. Quelle: lni
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Für eine anschließende Nutzung müssen Landkreis Emsland, die Gemeinde Lathen und der Teststreckenbetreiber IABG bis zum Sommer ein Nachfolgekonzept erstellen, sagte der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring (CDU).

Eigentlich sollte Ende April Schluss sein. Nun aber hoffen Betreiber und Politik, den Schwebezug nach Brasilien verkaufen zu können. Insgesamt hat das Transrapid-Projekt nach dpa-Informationen seit 1970 rund 1,5 Milliarden Euro verschlungen. Weitere von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Vorabend im Haushaltsausschuss geforderte Vorsorgemittel für 2011 (Verpflichtungsermächtigungen) wurden aus Sparzwängen abgelehnt.

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Winterstein sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Nach dem Scheitern der Transrapid-Strecke in München vor zwei Jahren hat die Versuchsanlage eigentlich ihren Zweck verloren.“ Die Förderung sei deshalb bewusst nur bis Ende 2010 bewilligt worden. „Wir wollen verhindern, dass Jahr für Jahr unnötig Steuergelder ausgegeben werden. Minister Ramsauer ist jetzt aufgefordert, alle Chancen für eine Vermarktung des Transrapids in Brasilien zu nutzen. Weiterhin brauchen wir bald ein klares Konzept für die Nachnutzung der Anlage im Hinblick auf Zukunftstechnologien wie zum Beispiel die Elektromobilität.“
In Brasilien geht es um die 550 Kilometer lange Strecke Campinas - Sao Paolo mit Flughafenanbindung. Das Land will zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 seine Infrastruktur ausbauen. An diesem Samstag fliegt Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) mit einer Wirtschaftsdelegation nach Brasilien. Der Minister will sich dort für die Vermarktung des Magnetschwebezugs einsetzen, der Transrapid steht aber nicht auf der offiziellen Tagesordnung.

Für das Weiterbestehen der Testanlage in Lathen hatte sich vor allem der Landrat des Emslandes, Hermann Bröring (CDU), eingesetzt. „Die Bereitstellung neuer Mittel hängt von der Schlüssigkeit des Nachfolgekonzeptes ab“, sagte er. Ein solches Konzept müsse verbindlich regeln, wie es mit der Testanlage weitergehe, sollte der Transrapid keine Zukunft mehr haben. Ihm schwebe vor, dass die Anlage künftig aus den Mitteln zur Erforschung der Elektromobilität finanziert werden sollte. Die Transrapidtechnik sei ein Beispiel für eine „berührungsfreie Versorgung mit Energie“.

Sollte aus der Transrapidstrecke tatsächlich ein entsprechendes Forschungszentrum werden, sei das ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die Region, sagte ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland. „Es gibt schon viele Modellregionen zu dem Thema, die vom Bund gefördert werden, da ist der Konkurrenzdruck groß“, sagte er.

lni

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